Stoppt CETA – stoppt TTIP – Sonntagsmärchen – 

Stoppt CETA ! Stoppt TTIP! 

Aesop

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Der Fuchs und die Trauben
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Eine Maus und ein Spatz saßen an einem Herbstabend unter einem Weinstock und plauderten miteinander. Auf einmal zirpte der Spatz seiner Freundin zu: »Versteck dich, der Fuchs kommt«, und flog rasch hinauf ins Laub.

Der Fuchs schlich sich an den Weinstock heran, seine Blicke hingen sehnsüchtig an den dicken, blauen, überreifen Trauben. Vorsichtig spähte er nach allen Seiten. Dann stützte er sich mit seinen Vorderpfoten gegen den Stamm, reckte kräftig seinen Körper empor und wollte mit dem Mund ein paar Trauben erwischen. Aber sie hingen zu hoch.

Etwas verärgert versuchte er sein Glück noch einmal. Diesmal tat er einen gewaltigen Satz, doch er schnappte wieder nur ins Leere.

Ein drittes Mal bemühte er sich und sprang aus Leibeskräften. Voller Gier huschte er nach den üppigen Trauben und streckte sich so lange dabei, bis er auf den Rücken kollerte. Nicht ein Blatt hatte sich bewegt.

Der Spatz, der schweigend zugesehen hatte, konnte sich nicht länger beherrschen und zwitscherte belustigt: »Herr Fuchs, Ihr wollt zu hoch hinaus!«

Die Maus äugte aus ihrem Versteck und piepste vorwitzig: »Gib dir keine Mühe, die Trauben bekommst du nie.« Und wie ein Pfeil schoss sie in ihr Loch zurück.

Der Fuchs bis die Zähne zusammen, rümpfte die Nase und meinte hochmütig: »Sie sind mir noch nicht reif genug, ich mag keine sauren Trauben.« Mit erhobenem Haupt stolzierte er in den Wald zurück.

Aesop

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24 Antworten zu “Stoppt CETA – stoppt TTIP – Sonntagsmärchen – 

  1. Freier Handel und freie Meinungsäußerung sind zwei Seiten einer Medaille. Wer eins beschränkt, beschränkt auch das andere. Freiheit kostet Sicherheit. Und umgekehrt.

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    • Für mich geht es, liebe Alice, hier nicht um die (in anderen Zusammenhängen sicher berechtigte) Frage über Nutzen und Schaden von Freiheit und Sicherheitsdenken, sondern darum, ob den Großkonzernen widerstandslos gestattet werden soll, ihr profit-gesteuertes Denken der ganzen Welt überzustülpen, bis kein Gräslein mehr wächst und kein Gedanke sich mehr regt ohne ihre Zustimmung.

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    • Nee, das beobachte ich grad nicht gespannt (was in China passiert).Mich interessiert im Moment, was mit den „Freihandelsabkommen“ passiert und welche Folgen sie für Europa haben.
      Ihr „Geh doch rüber, wenn es dir hier nicht passt“ kenne ich bis zum Erbrechen aus den Kalten-Kriegs-Zeiten. Ich weiß nicht, was Sie daran finden. Falls Sie nicht einfach nur so vor sich hin reden und gar nichts meinen – was natürlich auch möglich ist. Wegen dem Recht auf Freie Meinungsäußerung.

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      • Falls ich mit beiläufigem Mobilphone-Tippen eine sonntägliche Verstimmung ausgelöst haben sollte, bitte ich vielmals um Entschuldigung. Für meine Meinung dagegen entschuldige ich mich nicht. Also setzte ich mich in Ruhe an den Schreibtisch und formuliere das mal aus, durchaus in der Hoffnung, damit bereichernden Widerspruch auszulösen:
        Ich finde schlechten Freihandel besser, als jede Form des Protektionismus. Der sollte bekämpft werden, vor allem wenn sich der Protektionismus mit dem Etikett des Freihandels tarnt.
        Ich glaube, es gibt kein „drüben“ mehr. Es hat wahrscheinlich nie eines gegeben. Nur Protektionismus und Isolationismus schaffen dieses „drüben“. Wir sitzen in einem Boot und das Wissen darum sollte sich verbreiten.
        Ich lebe gerne in unserem großen Wirtschaftsraum und wünsche mir, daß er weiter wächst. Ich möchte nicht zurück zur ärmlichen Auslage regionaler Produkte wie in den 1980ern. Ich freue mich, wenn ich für mein Geld im Urlaub mehr kriege, als zu Hause. Aber ich fühle mich wohler, wenn im nächsten Jahr die Preise und der Lebensstandard gestiegen sind. Ich finde es gruselig, wenn, etwa in Lissabon Waren und Dienstleistungen mehr kosten, als ein Einheimischer verdienen kann. Aber noch profitieren „wir“ davon, das Geld fließt meist Richtung Deutschland. Ich glaube, auch mit Amerika sind wir kein schwacher Partner.
        Was mit dem Handel zwischen Europa und Amerika passiert, hat jede Menge mit dem zu tun, was in China passiert. Das interessiert mich inhaltlich aber nicht so wirklich. Die chinesische Wirtschaft ist mir viel mehr ein schönes Beispiel für die Mischung von staatlicher Regulation und einer monströsen Form des Kapitalismus. Wer sich menschliche Wirtschaftsformen wünscht, hat da ganz prächtige Anschauungsobjekte für alles was man besser machen könnte, oder ob dagegen wirklich irgendwelche Entwicklungen tatsächlich alternativlos sind.
        Denn ich bin sehr an alternativen Konzepten interessiert. Was ich nicht mehr hören kann, ist ein jenes ist schlimm, dieses ist ungerecht und das muß verhindert werden.
        Ich frage dagegen: Wie soll man es anders machen? Wie und mit welchem Recht sollen Weltkonzerne beschränkt oder reguliert werden? Jede Anhäufung von Geld bringt politische Macht mit sich- man muss das Geld nicht besitzen, man muss es nur bewegen können. Sollen wir Firmen ab einer bestimmten Größe zwangsweise Teilen? Ab welchem Volumen? Sollen wir sie zwingen, im Ausland unabhängige Sitze zu Gründen mit eigener Abrechnung? Wo fangen wir an und wer soll darüber bestimmen? Was tun wir, wenn eine souveräne Regierung einen Konzern zum Null-Steuersatz einlädt? Was machen wir mit einem menschenverachtenden Großkonzern, dessen Aktionäre zu 40% staatliche Pensionsfonds sind, also kleine Steuerzahler? Sollen die Politiker Arbeitsplätze schaffen oder sollen sie den Interessen der Wirtschaft zuwider handeln? Bedeutet Demokratie, daß alles verboten wird, wenn nur genügend viele Leute sich unwohl damit fühlen? Oder wollen wir uns von einer kleinen Elite studierter Wirtschaftswissenschaftler zum Wohle des Reichtums verwalten lassen? Meine Frage also: Wie genau sollen wir es besser machen?

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    • O, da freue ich mich sehr, Sie mit meiner kleinen Spitze an den Computer gescheucht zu haben. Ihre Zustandsbeschreibungen, Wunschlisten und Fragen würden ernsthafte Antworten verdienen, aber nicht jetzt und nicht hier. Vielleicht in einem Forum? Grüße aus Griechenland. Gerda

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    • Nein, nicht Kreta, sondern südliche Pelopsonnes und Athen abwechselnd. Danke für den Link, Ich melde mich gelegentlich. Schönen abend noch.

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  2. wessen Freiheit der Meinung und wessen Freiheit des Handels, liebe Alice? Ihre, meine oder vielleicht doch eher die der Großkonzerne?

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  3. Ich brauche weder etwas aus den USA noch aus Kanada.
    Wozu also ist das wichtig?

    Folge der Spur des Geldes und du kommst zum Ziel.

    Der Fuchs interessiert sich nicht für die Trauben.

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  4. Das hat der Mensch also vom Fuchs aus der Fabel übernommen: Erreicht er sein Ziel nicht, dann lügt er sich und den anderen einfach was in die Tasche.

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  5. Naja, die meisten Menschen wissen gar nicht genau, was in CETA und TTIP drinsteht ….

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  6. Da haben wir den Beweis: sie schläft nie! 🙂 🙂
    Der Geist ist immer am arbeiten, kann nicht abschalten. Solltest du aber auch können.

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  7. ist schon interessant, einen erholsamen Sonntag wünsche ich dir

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