Zum Tag

Chemnitz hat ein riesiges Neubaugebiet – das Heckertviertel. Direkt am alten Flughafen liegt die Straße Usi nad Labem. Seit den Nachtstunden ist der gesamte Straßenzug gesperrt durch die Polizei, die Bürger werden aufgefordert, ihre Wohnungen nicht zu verlassen.In einer Wohnung wurde Sprengstoff vermutet und gefunden. Die Mengenangaben schwanken in den Medienangaben von unbedeutend bis erheblich. Der Tatverdächtige ist auf der Flucht. Seine Gefährlichkeit wird in den Medien von unbedeutend bis erheblich eingestuft.

„Aus Sicherheitskreisen erfuhr die Deutsche Presse-Agentur, dass es einen islamistischen Hintergrund geben könnte.“

Das Chemnitzer Neubaugebiet wurde zu DDR-Zeiten in Eile hochgezogen, um die Wohnungsnot zu beheben. In architektonische Katastrophen mit dem Luxus von fliessend Warmwasser und Heizung wurde die Arbeiter- und Bauernklasse gepfercht. Nach der Wende standen und stehen viele Wohnungen leer. Einzelne Hochhäuser wurden zurückgebaut und/oder erhielten Balkon. Dort wohnen Geringverdiener oder Hartz-IV Bezieher. Dieses Satz meine ich keinesfalls abwertend, ich gehöre selbst zu den Beziehern des Mindestlohnes und auch bei mir wurde nach dessen Einführung die Arbeitszeit zwangsverkürzt, bei gleichbleibender Umsatzanforderung. Wie auch in meiner Kleinstadt sind die Neubaugebiete sozialer Brennpunkt, vor allem die dort befindlichen Schulen. Schlägerein und Drogenhandel sind häufige Vorkommnisse auf den Pausenhöfen. Mit der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung hat sich die Lage dort weiter verschlechtert. Die leerstehenden Wohnungen wurde teilweise mit Flüchtlingen belegt. Anders als meine Kollegen die dort wohnen, müssen diese nicht neben der Arbeit zahllose Formulare zur Beantragung eines Mietzuschusses ausfüllen. Die Flüchtlinge suchen keinen Kontakt zu den einheimischen Bewohnern, ebenso ist es umgekehrt. 

Das Vorkommnis in Chemnitz wird die angespannte Situation in Sachsen weiter verschärfen. Viele Bürger, so auch ich, distanzieren sich davon, mit Pegieda und/oder AfD in einen Topf geworfen zu werden, nur weil sie ihren Unmut über politische Fehlleistungen zum Ausdruck bringen. In den meisten Medien wird das nicht entsprechend dargestellt.

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15 Antworten zu “Zum Tag

  1. Mangelnder Wille zur Integration ist nicht neu. Nur für die, die es nicht wahrhaben wollen.

    In dem Gebiet wird es nicht besser. Ein Umzug wäre nicht die schlechteste Entscheidung.

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  2. Das sind die „blühenden Landschaften“, die Birne bei Erhebung des Soli’s großartig ankündigte. Landschaften die nach der Wende von gierigen Wirtschafts-Termiten überfallen und abgefressen wurden. Was danach übrig blieb ist ein Brutboden für Parallel-Gesellschaften. Wahllose Verteilung der Menschen durch konzeptionslose Behörden die unter Druck stehen. Druck den eine selbstgefällige Pfarrerstochter durch mantraartige Wiederholung des dämlichen Spruches „wir schaffen das“ aufgebaut hat.
    Wenn ich mitbekomme, wie sich hier in Hamburg die „feinen Viertel“ gegen Asylunterkünfte wehren und wie gut es ihnen gelingt möchte ich kotzen. So schafft man Ghettos außerhalb der noblen Villengegenden. Aber egal, nicht wahr „Mutti“? Hauptsache Selfies von Dir und den Flüchtlingen. Nur nicht auf die Ängste der betroffenen Menschen eingehen. Die werden dann erst einmal als „braunes Pack“ bezeichnet.
    Solche Politik und deren Parteien-Schwätzer hat kein Land verdient!

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    • Eine Bitte, ich unterstütze deine Meinung, bitte, wir wollen dabei bleiben uns den Respekt zu bewahren.
      Herzliche Grüße

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      • Oh, ich habe durchaus Respekt. Vor rechtschaffenden, ehrlichen Leuten zum Beispiel. Ich habe Respekt vor Andersdenkenden und Andersgläubigen, vor anderen Kulturen und Lebensweisen.
        Wer mich aber stets und ständig hintergeht, mich und andere belügt, mich ausnutzt und missachtet – der verdient meinen Respekt nicht.

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  3. Schon den Satz „… islamistischen Hintergrund haben KÖNNTE.“ halte ich für … sagen wir mal gemäßigt: nicht zielführend. Oder wie ich eigentlich sagen würde: völlig bescheuert! Derlei Sätze haben keinerlei Inhalt, schüren Hass ohne jeden Beweis und gehören echt verboten!
    Könnte ist wie nicht könnte. Hätte, hätte, Fahrradkette.

    Diesen Ballungsgebieten zu entkommen ist wirklich nicht einfach. Wohnungen nicht zu haben, Mieten anderswo unbezahlbar. Wirklich aussichtslos … leider! Nicht wegen der Zuziehenden, sondern wegen der Abschottung der Gebiete.

    Obwohl ich eine Bekannte habe, die gerne in Berlin Marzahn lebt. Große Wohnung, sehr günstig, Straßenbahn vor der Tür. Das Kind geht aber auf eine Privatschule.

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  4. Gut, dass du den Beitrag geschrieben hast. Ich habe natürlich ebenfalls alle Kommentare gelesen und verstehe jeden Unmut. Die soziale Schere ging allerdings nicht mit der Zwangsrekrutierung der DDR los, sondern bereits Anfang der 80er Jahre, als ein normaler Job nicht mehr ausreichte sich und seine Familie in der Mittelschicht zu halten. Heute geht es vielen Menschen in Vollzeit schlechter als damals Sozialhilfeempfängern und im Zuge dessen wurde auch nicht mehr versucht im Bildungssektor gleiche Chancen für alle zu schaffen. Es war leicht mit mittlerer Reife eine Banklehre zu bekommen und ein Hauptschulabschluss hat für so ziemlich alles gereicht was im Handwerk so getan werden kann. Das Vermögende sich schon immer gegen alles wehren was nicht in ihre Welt passt und dafür immer eine politische Lobby bereit steht, ist nicht neu. Die wahren Gründe für die Flüchtlingsströme sind auch nicht Kriege, sondern das wirtschaftliche Ausbluten dieser Länder durch globale Wirtschaftsimperien, wie USA oder auch Deutschland. Es stimmt, keine Regierung der letzten 20 Jahre hat etwas gegen diese Zustände getan und ein Herr Gabriel, der die Rüstungsexporte drastisch verringern wollte, unterschreibt nun mehr Ausfuhrgenehmigungen als jede Regierung zuvor, was dann in Wirtschaftsdeutsch „robuste Konjunktur“ heißt. Nur fließen die Steuern dieser Milliardendeals nicht in unseren Steuerhaushalt um zumindest den politischen Willen zu zeigen, Einwanderer zu integrieren, genauso wenig wie der Soli in den Osten fließt, denn längst werden damit immer größere Haushaltslöcher gestopft, welche entstehen, weil Steuervermeidungspolitik der Großkonzerne nicht vereitelt wird. So fließt jegliches Geld zum bereits vorhanden Vermögen und die Sozialaufgaben gehen immer mehr zu Lasten derer die eigentlich Hilfe benötigen und nicht selber noch welche leisten sollten. Wenn man also in Deutschland endlich davon abrücken würde in Himmelsrichtungen zu denken, kann man auf das politische Pferd in Berlin im Ganzen wütend sein, weil es vier lahmende Hufe hat und noch viel schlimmer sind unsere Nachbarländer betroffen und dazu zähle ich halb Europa. Nur schimpfen wir zum Schluss auf Asylanten, sind wütend auf Rechtsradikale, prangern Banken an, verdammen Großkonzerne die unsere Welt in ihre Gewalt bringen, aber unser eigentliches Interesse sollte der Wille sein unsere jetzige Regierungsform abzusägen und nicht durch Popolisten zu ersetzen, sondern durch ein demokratisches System, völlig entzerrt, geschrumpft, effizient gestaltet und ohne Lobbyisten geleitet. Eben den Grundsätzen unseres Grundgesetzes verpflichtet, wo die Würde des Menschen wirklich unantastbar ist und Vermögen dem Allgemeinwohl dienen soll, nicht als sozialistisches Planungssystem, aber eben mit gerechten Steuern und Abgaben für Jeden, nicht nur für diejenigen die jedes Schlupfloch entdecken und nutzen. So lange dies nicht passiert, arbeiten wir alle weiter und regen uns über Dinge auf die niemand von uns in der Hand hat oder ändern kann. Dankeschön fürs Lesen.

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    • Danke Arno, ich werde deinen Kommentar kopieren und einzeln veröffentlichen.

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    • Schöner Text. Vor allem das Bild mit den 4 lahmen Hufen passt genial. Die Vision am Schluss jedoch malt ein „Paradies auf Erden“, was leiderleider real politisch nicht machbar ist.
      Daran ist schon der Sozialismus gescheitert.
      Daher rührt auch der richtungslose Frust der Allgemeinheit.
      Das Grundübel bleibt der menschliche Egoismus.

      Es sieht ziemlich finster aus zur Zeit.
      „Ein Kampf um Rom“ hieß mal ein lesenswertes Buch. Geschrieben von Felix Dahn. Es wurde seinerzeit als eine Art Abenteuerroman aus grauer Vorzeit gelesen. Das Thema ist die antike Völkerwanderung. Wenn man das kennt, drängen sich finstere Parallelen auf.

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