Extra

Arno von Rosen hat einen so wertvollen Kommentar zu meinem Artikel geschrieben, dass ich ihn einzeln veröffentliche.

http://wp.me/p5ifjF-1Wi
Gut, dass du den Beitrag geschrieben hast. Ich habe natürlich ebenfalls alle Kommentare gelesen und verstehe jeden Unmut. Die soziale Schere ging allerdings nicht mit der Zwangsrekrutierung der DDR los, sondern bereits Anfang der 80er Jahre, als ein normaler Job nicht mehr ausreichte sich und seine Familie in der Mittelschicht zu halten. Heute geht es vielen Menschen in Vollzeit schlechter als damals Sozialhilfeempfängern und im Zuge dessen wurde auch nicht mehr versucht im Bildungssektor gleiche Chancen für alle zu schaffen. Es war leicht mit mittlerer Reife eine Banklehre zu bekommen und ein Hauptschulabschluss hat für so ziemlich alles gereicht was im Handwerk so getan werden kann. Das Vermögende sich schon immer gegen alles wehren was nicht in ihre Welt passt und dafür immer eine politische Lobby bereit steht, ist nicht neu. Die wahren Gründe für die Flüchtlingsströme sind auch nicht Kriege, sondern das wirtschaftliche Ausbluten dieser Länder durch globale Wirtschaftsimperien, wie USA oder auch Deutschland. Es stimmt, keine Regierung der letzten 20 Jahre hat etwas gegen diese Zustände getan und ein Herr Gabriel, der die Rüstungsexporte drastisch verringern wollte, unterschreibt nun mehr Ausfuhrgenehmigungen als jede Regierung zuvor, was dann in Wirtschaftsdeutsch „robuste Konjunktur“ heißt. Nur fließen die Steuern dieser Milliardendeals nicht in unseren Steuerhaushalt um zumindest den politischen Willen zu zeigen, Einwanderer zu integrieren, genauso wenig wie der Soli in den Osten fließt, denn längst werden damit immer größere Haushaltslöcher gestopft, welche entstehen, weil Steuervermeidungspolitik der Großkonzerne nicht vereitelt wird. So fließt jegliches Geld zum bereits vorhanden Vermögen und die Sozialaufgaben gehen immer mehr zu Lasten derer die eigentlich Hilfe benötigen und nicht selber noch welche leisten sollten. Wenn man also in Deutschland endlich davon abrücken würde in Himmelsrichtungen zu denken, kann man auf das politische Pferd in Berlin im Ganzen wütend sein, weil es vier lahmende Hufe hat und noch viel schlimmer sind unsere Nachbarländer betroffen und dazu zähle ich halb Europa. Nur schimpfen wir zum Schluss auf Asylanten, sind wütend auf Rechtsradikale, prangern Banken an, verdammen Großkonzerne die unsere Welt in ihre Gewalt bringen, aber unser eigentliches Interesse sollte der Wille sein unsere jetzige Regierungsform abzusägen und nicht durch Popolisten zu ersetzen, sondern durch ein demokratisches System, völlig entzerrt, geschrumpft, effizient gestaltet und ohne Lobbyisten geleitet. Eben den Grundsätzen unseres Grundgesetzes verpflichtet, wo die Würde des Menschen wirklich unantastbar ist und Vermögen dem Allgemeinwohl dienen soll, nicht als sozialistisches Planungssystem, aber eben mit gerechten Steuern und Abgaben für Jeden, nicht nur für diejenigen die jedes Schlupfloch entdecken und nutzen. So lange dies nicht passiert, arbeiten wir alle weiter und regen uns über Dinge auf die niemand von uns in der Hand hat oder ändern kann. Dankeschön fürs Lesen.

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11 Antworten zu “Extra

  1. Und die, die gegen Globalisierung protestieren, die, die heute auf die Strassen gehen, sind abgewertet die Wutbürger, die Rechtsradikalen und Unwissenden sowie die Angehängten.

    Polemik, Verleumdung und Diskreditierung, wohin man sieht und hört.

    Der Deutsche ist ein Duckmäuser, denn es wurde so konditioniert. Auf die Strasse geht nur das „Pack“.

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  2. Wirklich sehr wertvoll, liebe Arabella und ich kann jedem einzelnen Wort zustimmen !!!
    *DAUMENHOCH*

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  3. Ich danke Arno für diesen Beitrag und möchte meinerseits noch etwas erzählen:

    Als ich 1958 meine Banklehre begann, hatte keiner meiner Lehrlingskameraden Abitur, wir hatten alle nur die Mittlere Reife und die Vorstandsmitglieder waren auch, mit Ausnahme des Juristen, keine Akademiker, das waren Praktiker, die das Bankgeschäft als Dienstleistung am Kunden verstanden. Ich habe bei einer der Großbanken gelernt. Wir waren stolz, in einer Bank zu arbeiten, verdienten zwar immer etwas mehr als in der Industrie, aber es gab noch keine Abzocker , weder im Vorstand , noch bei den Beschäftigten dort wie heute.
    Damals haben die Gewerkschaften (und die SPD)dafür gesorgt, daß wir bessere Bezüge und Sozialleistungen bekamen und schon damals ging die Wirtschaft und der Staat angeblich unter bei diesen Forderungen (es trat natürlich das Gegenteil ein).
    Heute klafft die Schere immer weiter auseinander und da sehe ich die große Gefahr. Du, Arabella, hast an anderer Stelle geschrieben, dass die Flüchtlinge nicht dem Formularkrieg ausgesetzt sind, wie die Deutschen. Da möchte ich sie in Schutz nehmen; wie sollten sie das denn bewerkstelligen, wenn sie die deutsche Sprache noch nicht beherrschen?
    Unser Staat hätte für alle das notwendige Geld, wenn es nicht in andere Kanäle fließen würde und wir brauchen junge! engagierte Politiker, die endlich klar erkennen, wohin sie den Staat steuern, wenn sie so weitermachen wie bisher.
    Ich bin dankbar, daß ich in Frieden in dieser Bundesrepublik bisher gelebt habe, daß ich, wenn ich wollte, vollbeschäftigt sein konnte (die Halbtagstätigkeit war mein eigener Wille unter Verzicht natürlich auf eine höhere Rente), daß mein Mann und ich eine auskömmliche Rente beziehen und wir auch kein schlechtes Gewissen deswegen haben mußten, wir haben 45 Jahre in die Rentenkasse und Betriebsrentenkasse einbezahlt.
    Wir Bundesbürger haben vielleicht in den letzten Jahre es uns auch selber zu bequem gemacht, weil es uns gut ging, nicht aufgepaßt, was sich da in der Politik an Untätigkeit zusammenbraute. Wir haben geschehen lassen, ohne einzugreifen und plötzlich eskaliert es.
    Ich wünsche mir sehr, dass das alles nicht in einen Bürgerkrieg ausartet, manchmal habe ich große Angst um die Zukunft der jungen Menschen.

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  4. Danke Arabella und auch für die guten Kommentare!

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  5. Die Welt ändert sich. Jeden Tag. Jeder der Kinder hat will, dass sie einen möglichst hohen Schulabschluss haben. Jeder will immer mehr. Wem geht es denn schlecht im Sinne von Hunger, keine Wohnung, etc? In welchem Land geht es besser als hier?

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  6. LIeber Herr von Rosen, unser Grundproblem haben Sie sehr gut zusammen gefasst. Ich kann mich dem nur anschließen.

    Trotzdem bitte ich um Verständnis, dass ich mich an keinen weiteren politischen Diskussionen auf den Blogs beteiligen möchte. Wir können uns über vieles aufregen, ändern können wir LEIDER alle nichts! Außer natürlich beim Wählen. Nur stellt sich dabei immer wieder die Frage, welche ist das kleinere Übel.

    Und ja, ich finde es gut, dass Arabella mit auf die Straße geht. Das zeigt, dass sie noch Hoffnung hat, etwas in unserem System ändern zu können. Und ja, es gibt viel zu wenig davon. Und ja, ich habe mir meine Hörner abgestoßen und resigniert aufgegeben. Und ja, ich versuche nur noch aus MEINEM Leben das Beste zu machen, dass es meinen Kindern und Enkeln gut geht. Und darauf verwende ich meine Kraft.

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