50:1

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Arabella zu Freya:

Gerade komme ich von deiner Schwester Frigg, sie hat sich mit dem Todes- und Kriegsgott zusammengetan. Ärger trägt sie in sich, auf dich, Freya, vielleicht…weil die Hälfte der gefallenen Recken beanspruchst du für dich. Sie muss Hüterin des Herdes sein, Ehe und Mutterschaft beschützen und auch noch den Haushalt führen.

Freya:

Willkommen Arabella, du hast dich mit der Alten doch lange schon zusammengetan. Was willst du hier? Bei mir der Herrin des Zaubers?

Arabella:

Gerade schlag ich mich mit Anbetungen an dich rum. Vielleicht…wenn ich dich beim richtigen Namen nenne… Freyja…glaubst du mir, dass ich zu dir als Bittstellende komme, welche die Herrin um Rat und Hilfe bittet?

Freya:

So nicht, meine liebe Arabella, mich als Herrin nennend, nur weil ich ein von Zwergen geschmiedetes Halsband besitze. Tu nicht so scheinheilig, du weisst sehr wohl um meinen Ruf als Liebesgöttin. Frigg hat sich freiwillig für die Asen entschieden, ich gehöre zu den Wanen.

Arabella:

Orrrr, Trägerin des Falkengewandes du, kannst du nicht endlich diese elenden Bruderkriege vergessen? Mir reicht das gerade hier auf Erden! Nocheinmal. Herrin, ich bitte um Gehör!

Freya:

Meine Güte Arabella, du schleppst so einen Apfelgeruch mit dir rum, du erinnerst mich an Eva. Sie ist ja Friggs Tochter, meine Tochter Lillith hat das Männergedöns nicht ausgehalten. Der Apfel fällt nun mal nicht weit vom Stamm. Wie die Alte mischst du Vanille drunter, glaubt ihr beiden mich mit eigenen Kräften schlagen zu können?

Arabella:

Herrin, du trägst nicht nur ein Falkengewand, du hast nicht nur dessen scharfen Blick dadurch…du hast auch noch eine extrem gute Nase. Erinnere dich. Erinnere dich an deinen treusten Diener, erinnere dich an das Staunen der Welt…an Friedrich. Der Zweite seines Namens war er und der Erste der den Falken ein Buch widmete, er liebte dich mehr als jede Frau, er liebte dich wie seine Königin Konstanze von Aragon. Nun, da ich ihren Namen kenne…darf ich bitten?

Freya:

Du nervst ganz schön Arabella, das von dir Angeführte ist erst so kurz her, die Menschen erinnern sich noch nicht, ich brauch was für mein eigenes Unvergessen, ich bin nur eine Göttin.

Arabella:

Huij, du Große, die du im von Waldkatzen gezogenen Wagen fährst, du sprichst ja wie eine Politikerin der Neuzeit. Mir wird solangsam bange um den Sinn meiner Bitte.

Freya:

Eine Bedingung Arabella, du nervst mich eh solange wie es die Gralsträgerin tat, nur…sie schwieg und verheimlichte damit… du schnatterst, das mir schwindlig wird, arbeitest du vielleicht in einem Callcenter mit deiner geölten Stimme?

Arabella:

Orrrr Herrin, nur weil ich alles über dich ausplaudere, musst du doch nicht Gleiches tun. Manno..bzw. Freya…nun aber…ich w i l l was von dir!

Freya:

Tja meine liebe Arabella, bist nur ein kleines Menschlein, aber da ich dich nun aus der Reserve gelockt habe…ja…du kannst deine Bitte aussprechen. Wenn du sie in 3 Worte fassen kannst.

Arabella:

Frigg hat mir verraten, wie ich dich rumkriege…allein wäre ich wohl nicht darauf gekommen… so ist es eben wenn sich Reales mit Zauber mischt. Meine Fee schlägt sich mit dir rum, gnädige Freya, du hast bestimmt keine Zeit alle ihre 50 Sonette an dich zu lesen, Herrin, sie will dir ihr Haaröl opfern ! Hast du ne Ahnung was 50ml Arganöl kosten? Und was…drei Worte, Manno…ich Schnattchen…also.

Erhöre die Fee!!!

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8 Antworten zu “50:1

  1. Klingt leicht pathologisch, sich mit virtuellen Personen oder Gottheiten zu unterhalten.

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  2. Total pathologisch und schön verrückt!
    Und genau deswegen.
    Der Wahnsinn ist in dieser Welt, jeden Tag sind wir davon umgeben. Frey’ja erinnert mich an etwas, das sich zu bewahren lohnt und sie ist nicht die Einzige. In den Mythologien und Theologien ruht das Unbeschreibliche und spricht aus der Erfahrung blutiger Fehden. Eine Göttin wie Frey’ja, wenn nicht sie, wer dann sollte und könnte sich nicht alle Ewigkeiten der Welt nehmen wollen um zu lesen, dass jemand ihrem Licht huldigen will…? Es kann eines sein in Zeiten grauer Wirklichkeit und zu vielen dunkeldüsteren Phropheten.
    Wäre ich ein Mann, huldigte ich vielleicht Frey’jas Bruder Freyr. So etwas hatte Frey’ja nämlich auch. War allerdings keine ganz gesunde Beziehung, da inzestuös. Doch wer wird denn goldene Haare spalten wollen auf dem Hauklotz der Phantasie?

    Toll, Arabella und die Fee knickst artich begeistert, lüpft das Tütü gen Morgenrot-Osten und grüßt herzlich…✨

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  3. Ein treffliches Theaterstück im Einaktergewand und göttlicher Kulisse. Meine Verbeugung werte Arabella und seid bedankt!

    Gefällt 2 Personen

  4. Hm, naja, bisschen sehr abrupter Schluss…
    Schöne Ausgangsidee Toleranz ausgerechnet in germanische Mythologie zu packen…
    So hat Wulfila sicher damals die Goten rumgekricht…
    (aber irgendwie passt das nicht, psst,psst…Sleipnir! Ich hör dich trapsen…denn wenn man sich ne Weile mit den göttlichen Damen vergnügt hat…endets bei Wotan.)

    Bin schon weg.

    Gefällt 1 Person

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