Das Letzte vom Tag

Der Stadtlinienbus ist überfüllt. Jugendliche Männer, Asylbewerber, kommen vom Sprachunterricht. Sie haben alle freien Sitzplätze belegt.

Vor mir steigt eine ältere Frau ohne Kopftuch ein, ein kleines Kind, wahrscheinlich ihr Enkel, an der Hand. Sie ist ebenfalls Asylbewerberin ihres Aussehens nach. Hilfesuchend schaut sie sich nach einem freien Platz um, bitte eine mit Taschen beladene ca.3ojährige Einheimische aufzustehen, was diese ohne zu zögern tut und mit ihren vielen Taschen versucht, im schwankenden Bus Halt zu finden.

Die jungen Männer unterhalten sich ungestört weiter. 

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29 Antworten zu “Das Letzte vom Tag

  1. “ Wir schaffen noch mehr „

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  2. erlebe das mit deutschen Schulkindern grad genauso. Ständig.

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  3. Mir fiel dazu die Geschichte von Leo N.Tolstoi ein:
    Die drei Söhne
    Drei Frauen wollten am Brunnen Wasser holen. Nicht weit davon saß ein alter Mann auf einer Bank und hörte zu, wie die Frauen ihre Söhne lobten.
    „Mein Sohn“, sagte die erste, „ist so geschickt, daß er alle anderen hinter sich läßt …“ „Mein Sohn“, sagte die zweite, „singt so schön wie die Nachtigall! Es gibt keinen, der eine so schöne Stimme hat wie er …“
    „Und warum lobst du deinen Sohn nicht?“ fragten sie die dritte, als diese schwieg. „Er hat nichts, was ich loben könnte“, entgegnete sie. „Mein Sohn ist nur ein gewöhnlicher Knabe, er hat nichts Besonderes an sich und in sich …“
    Die Frauen füllten ihre Eimer und gingen heim. Der alte Mann aber ging langsam hinter ihnen her. Die Eimer waren schwer und die abgearbeiteten Hände schwach. Deshalb legten die Frauen eine Ruhepause ein, denn der Rücken tat ihnen weh.
    Da kamen ihnen drei Jungen entgegen. Der erste stellte sich auf die Hände und schlug Rad um Rad. Die Frauen riefen: „Welch ein geschickter Junge!“ Der zweite sang so herrlich wie die Nachtigall, und die Frauen lauschten andachtsvoll mit Tränen in den Augen. Der dritte Junge lief zu seiner Mutter, hob die Eimer auf und trug sie heim.
    Da fragten die Frauen den alten Mann: „Was sagst du zu unseren Söhnen?“ „Wo sind eure Söhne?“ fragte der alte Mann verwundert. „Ich sehe nur einen einzigen Sohn!“ –

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  4. Ich glaube nicht, dass alle deutschen Schulkinder so sind…ich kenne genug zuvorkommende und höfliche.

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  5. Ich kenn unter unseren Asylanten solche und solche. Ich kenn einen von ihnen, der erzählt mir von seinem Problem mit Allen in einen Topf geworfen zu werden. Wäre es eine Möglichkeit gewesen einen der Männer zu bitten aufzustehen?

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  6. Ich muss niemanden fragen, sondern wollte eine Alternative andenken…

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    • „Unsere“ Asylanten sahen beide Frauen, die alte Dame mit Kind aus ihrer Heimat und die junge Dame aus ihrer neuen Heimat.
      Beide, bzw. alle Drei, waren ihnen gleichgültig.
      Welche Alternative sprichst du an?

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  7. Auch Männer sind lernfähig!

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  8. Du schreibst mich wundert, dass ich nichts gesgt habe2, genau dass wundert mich auch. Dass dies der Grund für Deine Post ist, bedeutet wohl, dass es Dich noch beschäftigt. Genau dort liegt die Antwort: Ein höfliches „würden Sie bitte…“ wäre doch einen Versuch wert. Fürs nächste Mal.

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