Cremiges Schokoladeneis

Die Schaukelinhaberin kommt, ich brauche Eis. Meine Kleine mag am Liebsten Schokoladeneis. Seit längerem versuche ich, eins so hinzubekommen, dass es sich auch nach dem Einfrieren leicht entnehmen lässt. Da mein Eis keine Zusatzstoffe enthält, friert es sehr hart. Das Simmern hilft etwas dagegen und ein Antauen im Kühlschrank vor der Entnahme. Einen feinen Tipp finde ich in einem gern gelesenen Blog.

http://wp.me/p2EjQ9-32p

Das probiere ich. Für mein Schokoladeneis braucht es:

200g gezuckerte Kondensmilch

200 ml Sahne

150ml Milch

4 Eigelb

40 g Kakao

1 Prise Meersalz

3 – 5 Tropfen Vanillearoma ( keine richtige Vanille, die ölige Konsistenz des Aromas tut dem Eis gut )

20g Schokoraspeln

Auch der ölhaltige Kakao macht das Eis weicher. Schokolade direkt verwende ich zum Eismachen nicht mehr. Das Ergebnis war mir fast immer zu süß.

Das Eis selbst stelle ich klassisch her.

Also die Eigelb so lange schaumig schlagen, bis sich ihr Volumen mindestens verdoppelt hat ( schlaffe Oberarme gehören damit der Vergangenheit an 😉  ).

Die Milch im Simmertopf erwärmen, langsam zum Eigelb dazugeben, die Masse zurück in den Simmertopf geben und zur Rose abziehen. Das zur Rose abziehen habe ich hier erklärt.

https://teil2einfachesleben.wordpress.com/tag/vanilleeis/

In die Simmermasse siebe ich jetzt den Kakao. Vorsicht, das geht wirklich nur im Wasserbad oder im Simmertopf, es entsteht fast sofort eine feste Creme, die sonst anbrennen würde. Eine Prise Salz und ein paar Tropfen Vanillearoma unterstreichen den schokoladigen Geschmack.

Die Creme kommt in eine Schüssel und wird mit der gezuckerten Kondensmilch solange verrührt, bis sie matt glänzt.

Dann schlage ich die Sahne. Nicht steif schlagen, sondern nur fluffig anschlagen, damit etwas Luft untergehoben wird. Die Sahne kommt jetzt zu der Schokoladencreme, vorsichtig hebe ich sie unter. Das dabei entstehende Bild bringt mich auf eine Idee, lange habe ich keinen Marmorkuchen mehr gebacken – demnächst…

Die fertige Eismasse stelle ich kühl, bevor ich sie für 40 Minuten in die Eismaschine gebe. Kurz vor Ende gebe ich ein paar Schokoladenraspeln in das fast fertige Eis. Beim Vernaschen knackt das später schön im Mund.

Fertig.

Das Schokoladeneis ist besonders cremig geworden, nicht zu süß und hat eine gute Konsistenz. Die Kakaomenge habe ich halbiert, zuviel Kakao vertragen Kleinkinderdärme schlecht. Nach dem Einfrieren muss ich es vor der Entnahme immer noch im Kühlschrank antauen lassen. Dafür ist es frei von Zusatzstoffen. Die Schaukelinhaberin hat inzwischen gelernt, dass es sich lohnt auf Dinge etwas zu warten. Nicht gleich alles sofort zu verschlingen, sondern den Genuß mit der Vorfreude darauf zu verlängern. Nicht das schnelle Greifen zum Wasserhahn und das Aufgießen eines Fertiggetränkes soll sie lernen (wobei das im Alltag, wenn‘ s schnell gehen muss auch mal in Ordnung ist), sondern den genußvollen Umgang mit wertigen Lebensmitteln und die notwendige Geduld dafür. An meiner eigenen Geduld arbeite ich immer noch, als Großmutter tut man sich jedoch mit vielen kleinen Dingen leichter als es sich als Mutter tut.

Gut Ding will Weile haben, wie meine Frau Mutter zu sagen pflegt.

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17 Antworten zu “Cremiges Schokoladeneis

  1. Oh weh, jetzt tropft der Zahn, aber ich freue mich für die Schaukelinhaberin. Sie hat jetzt einen leckeren Nachmittag im Gartenparadies 🙂

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  2. ich komme gleich mitessen

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  3. Oh wie lecker! Ich hatte die Eismaschine gestern vier Stunden an, das Septembermädchen half fleißig mit, obwohl es kein Eis mag. Mein Liebster meckert auch immer, dass er sich sein Eisschüsselchen am Abend so hart erkämpfen muss, aber das Argument der Freiheit von Zusatzstoffen zählt dann doch auch bei ihm. Einen lieben Gruß zu dir!

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  4. Auch haben will!!!

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  5. So’ne Großmama hätte ich auch gerne gehabt 🙂

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