Beifuß – Heil- und Küchenkraut

Immer galt der Beifuß als Mutter aller Kräuter. Heute gerät er zunehmend in Vergessenheit. Höchstens zu Weihnachten besinnt sich mancher Koch auf ihn und nutz ihn für den Gänsebraten.

Dabei ist die bis zu 2 Meter hoch werdende Pflanze, die allerorten am Wegesrand wächst, nicht zu übersehen. Seit vielen Jahrhunderten ist Beifuß den wechselnden Göttinen geweiht. Von Isis über Artemis zu Diana, das aufkommende Christentum weihte ihn Maria… Das hat einen guten Grund. Beifuß ist ein Frauenkraut. Es erleichtert durch seine wehenfördernde Wirkung Geburten. Frühschwangere sollten das Kraut darum unbedingt meiden. Dem Beifuß wird eine magische Wirkung nachgesagt. Er stärkt die Kräfte. Der germanische Gott Thor besaß einen Beifußgürtel – den Megingjardr – der ihm seine Kraft verlieh. Damit der Gürtel seine Kräfte entfalten kann, muss er zur Sommersonenwende gebunden werden.

Nicht nur bei Frauenleiden hilft Beifuß, er hift auch bei Verdauungsproblemen.

Seine wertvollen Inhaltsstoffe sind u.a.: Gerbstoffe, Bitterstoffe, Inulin, Vitamine, ätherische Öle und Thujon. Die Sammelzeit für Beifuß reicht von Juli bis September.

Beifußöl wirkt lindernd bei schmerzhaften Beinen und Füßen nach langen Wanderungen.

Er wirkt entspannend. Ein Tee vorm zu Bett gehen, lindert Nervosität und sorgt so für geruhsamen Schaf. Dafür brüht man 1 TL Blätter mit 1/4 l Wasser und lässt das Ganze für 3 Minuten ziehen. Länger als 6 Wochen sollte eine Kur nicht dauern. Die duftenden Blätter in ein kleines Kissen verpackt, fördern ebenfalls einen ruhigen Schlaf.

Beifuß hilft durch seine erhitzende Eigenschaft bei vielerlei Frauenleiden. Er wirkt entkrampfend und löst somit Unterleibs- oder Blasenkatharr.

Durch seine anregende Wirkung fördert er die Bildung von Verdauungssäften direkt. Beifuß unterstützt die Funktion der Bauchspeicheldrüse.

Nicht zuletzt darum ist das Kraut in der Küche geschätzt. Sein sanft-bitterer Geschmack fördert Appetit und Verdauung gleichzeitig. Neben dem bekannten Zusatz im Gänsebraten, würzt Beifuß hervorragend in Bohnen- oder Kartoffelsuppen.

Ein paar Stengel habe ich mir gesammelt und hänge sie zum Trocknen auf.

Das Aufhängen hat eine weitere Bedeutung. Aufgehängter Beifuß soll magische Kräfte haben und schädliche Einflüsse, Krankheiten und wilde Tiere fern halten.

Na dann…

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24 Antworten zu “Beifuß – Heil- und Küchenkraut

  1. Den Wirkstoff Thujon gibt es auch in Absinthgetränken, welche nicht in zu hoher Dosierung genossen werden sollten.

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  2. Hilft Beifuß auch gegen Bleifuß ?
    Würde ja die Unfallzahlen senken 😉 😉

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  3. Sehr informativ und interessant, danke Arabella!!! Wir haben ihn schon vor über 35 Jahren als „Pflanzendoktor“ eingesetzt, d.h. wir haben das ganze Kraut ihn in grossen Eimern mit Wasser angesetzt, einige Wochen stehen lassen und dann die Pflanzen im Gemüsegarten damit erfolgreich gedüngt.
    Grüess Ernst

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  4. federleicht2016

    Ich nehme ins fetthaltoigen Speisen den getrockneten!
    Aber auch erst vor kurzen gelesen wie gesund er ist. Der ist ja mega gross geworden bei dir!
    Lieben Gruss Elke

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  5. Vielleicht ist an dieser Stelle auch folgender Tipp für alle Allergiker ganz nützlich: In den vergangenen Jahren fand in Deutschland auch das Beifußblättrige Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia) weite Verbreitung. Wie der Name schon sagt, sieht diese Pflanze dem Beifuß recht ähnlich, wirkt aber bei bestimmten Menschen stark Allergie auslösend. Insbesondere das Einatmen der Pollen und der Hautkontakt mit den Blütenständen sollten vermieden werden.
    Krautkundige Grüße aus dem Garten 🙂

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  6. Mmmmm, ich stelle gerade fest, dass ich vom Kräutlein Beifuß so gar keine Ahnung hatte. Immerhin ist die Lücke jetzt kleiner geworden – danke Arabella 🙂

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  7. Kräuterkunde wird einfach niemals uninteressant!

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  8. Wie jetzt abhalten? Als Biest las ich nur „Bei Fuß …“ 😀

    Danke fürs teilen. Jetzt habe ich wieder etwas gelernt.

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