Das Letzte vom Tag

Ein Vierteljahrhundert nach der Wiedervereinigung lese ich dieser Tage einen Text, der mir nicht aus dem Kopf geht.
„Da ist uns Wesis echt was entgangen. Ihr steht uns in nichts nach!
Im Gegenteil, Euer Einfallsreichtum ist legendär!“
Nun stehe ich auch keinem Afrikaner, Engländer, Japaner oder Bulgaren etwas vor oder nach, unterscheide mich aber von ihnen in meinen Lebensgewohnheiten und in meiner kulturellen Tradition.
Wie unterschiedlich sind die Lebensgewohnheiten in einem Land, dass für eine gewisse Zeit geteilt war, in eben dieser Zeit geworden?
Da alles…dort nichts?
Gelernt habe ich, dass der Westen von seinen Besatzern genauso kulturell vereinnahmt wurde wie der Osten.
Dort Disneymärchen und Mc.Doof, da Väterchen Frost und Soljanka.
Brot und Spiele mit der Prägung der Kultur der Besatzer.
In den Köpfen mancher scheinbar angekommen.

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49 Antworten zu “Das Letzte vom Tag

  1. Soljanka (besonders mit viel Gurke) und einem Schlag Schmand ist jedenfalls super klasse, Da kann Cola und McDoof niemals mit !

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  2. Ich würde gern mal mit einem normalen Durchschnitt von 5-10 Mio Deutschen Syrien und Deutschland tauschen. Wollen wir wetten, wo die Deutschen nach 30 Jahren stehen würden ?

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  3. Also Arabella da bin ich wieder, war mit meinem Schnüffelpüffel nochmal draußen.
    Ich hoffe so sehr, dass meine Aussage nicht falsch verstanden wird.
    Zur Erklärung nochmal, ich kenne ein paar Osis, wie ich sie liebevoll nenne, ich bin ja auch Wesi. Sie haben mir ein bißchen aus dieser Zeit erzählt und so weiß ich, dass man mit bescheidenen Mitteln und Einfallsreichtum, der uns zum größten Teil fehlte, ganz viel erreichte. Und nur darauf bezog ich meinen Kommentar, weil ich Euch dafür Bewundere. Heute spielt das alles keine Rolle mehr, weil wir ja alle zusammen gehören und dass ist gut so! Unsere Wurzeln sind nun mal deutsch. Die Syrer und viele andere Nationalitäten haben auch ihre Wurzeln, die sie prägden.
    Ich bin jetzt auch gespannt wie sich alles entwickelt glaube aber das es Generationen dauern wird bis sich dieses Gemisch neutralisiert, so sage ich es mal.

    So, bin gespannt wie es jetzt rüber kommt, hoffentlich gut!

    LG Babsi

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  4. Ah, meinst Du jetzt unsere neue Prägung durch fremde Kulturen?

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  5. Ich fühle mich überhaupt nicht zugehörig. Meine Vorfahren kamen viel weiter aus dem Osten als es heute noch zu Deutschland gehört. Gewandert sind wir, mal nach Westen, mal nach Osten. Wir waren Schlesier, Pommern, Preußen, Sachsen, Hessen, Norddeutsche, Spieler, Bauern, Künstler, Kaufleute, Militärs und so bin ich, ich geworden. Jeder der weiter als eine Generation denkt kommt von irgendwo, nur wissen es die Wenigsten. Ach ja, Bayern hatten wir meines Wissens nach noch nie in der Familie 😉

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  6. Solange wir Sachsen uns auf der Welt wiedererkennen, ist’s egal, ob im Osten oder Westen!

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  7. Solchen Menschen, wie den von Ihnen präsentierten, begegne ich besonders gerne.
    Wer sich die Scheuklappen runterreisst, sieht einfach mehr. So weiten sich Horizonte. Aber wem sage ich das.
    Abendschöne Grüsse aus dem weltoffenen Bembelland,
    Herr Ärmel

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    • Heut, verehrter Herr Ärmel, hatte ich einen guten Beginn eines weiterführenden Gespräches mit meiner Mutter.
      Worüber können Sie sich sicher denken.
      Ihr letzter Satz war: „als ich meine Eltern fragen wollte, waren sie tot.“
      Bald erzähle ich Ihnen mehr.
      Seien Sie sich gewiss, allein dafür bin ich bin immer Ihre Arabella( auch wenn ich’s nicht mehr schreibe;-) )

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      • Den Satz Ihrer Mutter kann ich gut nachvollziehen. Bedauerlicherweise sterben mir hier in Lummerland meine Gewährsleute einer nach dem anderen weg. Die werden halt auch älter und manchmal sage ich mir: Hätte ich doch da mal früher nachgefragt.
        Hätte hätte Fahrradkette…
        Auf Ihre weiteren Erzählungen bin ich natürlich schon gespannt.
        Grussformeln ändern nichts am Wert eines Menschen an sich – auch ich suche seit einiger Zeit nach anderen Formulierungen.
        Herzliche Grüsse,
        Herr Ärmel

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  8. Wie wahr.
    LG und ein schönes Wochenende, Eberhard

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  9. Liebe Arabella, ich mag den Ausdruck Ossi und Wessi nicht besonders, weil er abstempelt .
    Ich möchte nur eine Bemerkung zur kulturellen Prägung machen: wir sind nicht ausschließlich durch die Amerikaner geprägt worden, wir hatten das große Glück, in Freiheit nach dem Krieg Europa entdecken zu können, weil wir reisen durften. Westdeutschland brauchte zudem für den Aufbau seines Wirtschaftwunders Arbeitskräfte und hat sie sich ins Land geholt, die anfangs mit ähnlich verächtlichen Wortungetümen bedacht wurden, wie die Menschen aus der DDR. Ohne deren Kultur und Arbeitskraft, die sie mitbrachten und die unser Leben hier so vielfältig machten, wären wir heute viel ärmer (engstirniger auch noch). Auch die vielen Flüchtlinge aus den Gebieten, die Herr von Rosen ansprach, brachten neue kulturelle Anregungen mit. Was damals aus Amerika kam, was die Besatzer prägten, war nicht deren Kultur, es war der Rock’n Roll, die Musik, die die junge Generation aufsog,

    Im Rhein-Main-Gebiet gehörten „Fremde“ nach dem Krieg, einmal durch die Besatzer in großer Zahl schon immer zum Alltagsleben, dann kamen die Italiener, die Portugiesen, Griechen, Türken, Polen und jetzt stehen die Schwarzafrikaner am unteren Ende der Lohnliste. Sie haben für uns die Arbeiten übernommen, für die sich der Westdeutsche zu schade war, aber sie haben uns mit ihrer Kultur, die sie mitbrachten, den Spiegel vorgehalten.
    Euch hat man in vieler Hinsicht aus- und eingesperrt und was Ihr in Eurer Alltagsbewältigung daraus gemacht habt mit Einfallsreichtum, das kenne ich durch meine Thüringer Verwandtschaft und darauf könnt Ihr immer stolz sein.
    Die Prägung der Nachkriegsgeneration war eine sehr unterschiedliche und wahrscheinlich wird erst die Generation unserer Kinder hoffentlich endlich alle Unterschiede einmal verwischen.
    Unsere Welt ist im Umbruch und es sieht danach aus, daß die zukünftigen Generationen vor ganz anderen Herausforderungen stehen werden , wobei die Gewalt mal wieder , wie schon so oft in der Vergangenheit, von den Religionen ausgeht. Kampf um die Ressourcen kommt dazu.

    Wenn wir in großer Runde um eine Kaffeetafel bei Dir im Garten herumsäßen und debattieren würden, es wären sicher interessante Gespräche…….ich rege also für die kommenden Jahre irgendwann eine „Kaffeefahrt“ (ohne Kaufzwang an unnützem Zeug)zu Dir an -:)))

    Wie Herr Ärmel auch, grüße ich Dich herzlich aus dem weltoffenen Bembelland, das immer noch wunderbar zu Toleranz erzieht

    Karin

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    • Das ist ein Kommentar über den ich eine Weile nachgedacht habe, ich danke dir dafür.

      Das Reisen hat mir persönlich nicht gefehlt, ich reise ungern.
      Polen, die CSSR, Ungarn, Bulgarien, die UdSSR…waren möglich, das Erleben fremder Kulturen damit gegeben.
      Die DDR hatte ebenso Gastarbeiter…aus Kuba und Italien.
      Chilenische Flüchtlinge gab es und viele Vietnamesen haben hier Heimat gefunden.
      Es gibt also durchaus ähnliche Schwingungen.
      Manchmal ärgere ich mich mit welcher Anmaßung sich einige Bürger Deutschlands als „wahre“ Deutsche fühlen.
      Wie du glaube ich, es wird noch lange dauern bis die Riße nicht mehr so klaffen.
      Und gerade jetzt tun sich neue auf…
      Eine Bloggerrunde im Garten oder auf dem Dach…ich kann’s mir vorstellen.
      Sachsen wünschte ich mir toleranter, aber da ist noch viel Wut zu verarbeiten.
      Einen warmes, letztes Maiwochenende wünsche ich dir.

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  10. allein die Formulierung „…steht uns in nichts nach…“ – puh, da rollen sich mir die Fußnägel auf (und das sage ich als Wessi). Wir können alle immer voneinander lernen, murr. Liebe Grüße, Annette

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  11. Fremde Kulturen auch bei Euch, aber alle mehr oder minder kommunistisch geprägt , aber bei uns haben sie uns ihren Stempel aufgedrückt; wir haben von ihnen gelernt und unser anfängliches Überlegenheitsgefühl ganz rasch abgelegt. Die Gastfreundschaft beim Reisen in Europa, das Erleben des so ganz anderen Alltags in Italien, Frankreich usw. , die Freiheit im Denken (Westdeutschland nach dem Krieg in den 50er und 60er Jahren war Spießigkeit hoch drei), es öffnete die Augen und ich habe mich auch oft für meine Landsleute im Ausland geschämt, wenn sie mal wieder als die größten und stärksten Proleten auftraten (auch eine typische gesamtdeutsche Eigenschaft). Reisen war für mich immer auch ein Lernprozeß.
    „Wahre“ Deutsche, egal wo sie herkommen,vor denen habe ich Angst, sie haben ein Deutschtum vor Augen, was uns schon einmal ins Unglück gestürzt hat. Natürlich können wir auch stolz darauf sein, daß wir Deutsche sind, so wie alle Nationen auf ihre Eigenarten, Kulturen und jedes Volk hat auch seine dunklen Seiten.
    Der Rechtsruck, der im Moment in Europa zu spüren ist, hat wahrscheinlich insofern etwas Gutes, weil die große Anzahl der bisherigen Nichtwähler, denen Politik so etwas von egal war, so lange es ihnen nur gut ging, aufwacht und sich besinnt, daß sie es sind, die unsere Zukunft mitgestalten können.
    Schau mal in diese Zahlen, 27% ist der Ausländeranteil in Frankfurt und wie viele Deutsche mit Migrationshintergrund in der Gesamteinwohnerzahl versteckt sind, ist leider daraus nicht zu ersehen.
    http://frankfurt-interaktiv.de/frankfurt/geschichte/fakten.html
    Und natürlich steht auch das Dach für eine Kaffeetafel zur Verfügung -:)))
    und jetzt genießen wir den bisher auch hier sonnigen Samstag und lassen Politik und Ost und West und Süd und Nord außer Acht .
    mit lieben Gedanken an Dich
    Karin

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  12. Um in einer „Schafherde“ erfolgreich zu sein, muß man selber ein „blödes Schaf sein“!
    (Zitat von UNBEKANNT)

    Das kann nun jeder für sich selbst Interpretieren!!!

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    • Nur der Ordnung halber möchte ich dich darauf hinweisen, dass du Einstein hier falsch zitierst. Von ihm stammt nämlich ebendieses Zitat, nicht von unbekannt.
      Von “ blöden“ Schafen hat er nie gesprochen. Das Wort blöd kommt in dem von dir benannten Zitat nicht vor.
      Einstein kennst du aber dann doch, oder?

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