Teil 2 Einfach(es) Leben

Klostermedizin – Walahfried Strabo

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Kaiser Karls Capitulare de villis fällt bei den Benediktinern auf fruchtbaren Boden.
Walahfried Strabo nimmt es als Vorlage für sein “Liber de cultura hortorum“.
An ihn und sein Buch möchte ich erinnern.

Walahfried Strabo ( 808/809 – 849 )

Um 840 schreibt der Abt des Benediktinerklosters Walahfried Strabo sein Werk “ Liber de cultura hortorum “ – Das Buch über die Gartenpflege.
Damit verfasst er das bedeutenste botanische Werk des Mittelalters.
Seine Reihenfolge basiert auf dem Capitulare de villis Karls des Großen.
1510 wurde das Buch unter dem Titel  „Hortulus“ in Wien erstmals gedruckt.
In 444 lateinischen Hexametern verfasst Walahfried Strabo ein botanisches Lehrgedicht über 24 Pflanzen, ihr Aussehen, ihren Anbau und ihre Wirkung.
Er verknüpft dabei antike Erfahrungen mit eigenem Wissen.
Selbst ist er von niederer, alemanischer Herkunft und wurde am Bodensee geboren.
Frühzeitig im Kindesalter gaben seine Eltern ihn ins Kloster und ermöglichten damit seine Bildung.
829 – 838 wirkt er am Hof Kaiser Ludwig des Frommen, der Sohn und Nachfolger Karls des Großen war. Als Hofkapellan Kaiserin Judiths und Erzieher Karl des Kahlen erwarb er sich Verdienste, für die ihn Ludwig der Fromme belohnte und ihn, seiner Sehnsucht nach der Heimat wegen, zum Abt des Klosters Reichenau ernannte.
Das jedoch widersprach der freien Abtwahl, die Konvertmitglieder wehrten sich dagegen.
Als es nach dem Tod Ludwigs des Frommen zum Erbstreit zwischen seinen Söhnen kommt, wechselt Walahfried Strabo auf die Seite Lothar I. und muss das Kloster Reichenau verlassen.
842 kann er zurückkehren und wird wieder als Abt eingesetzt.
Am 18.August 849 ertrinkt Walahfried Strabo in der Loire.
Mit ihm verliert die Insel Reichenau ihre Bedeutung als Zentrum der abendländischen Religion.
Geblieben sind seine Werke.
Das Buch der Gartenpflege ist aktuell wie nie.

Quelle des folgenden Links Wikipedia

Folgende Pflanzen sind im Hortulus aufgeführt (Reihenfolge der Erwähnung; dahinter der im Hortulus verwendete Name und der wissenschaftliche Artname):

Salbei / salvia (Salvia officinalis),Weinraute / ruta (Ruta graveolens),Eberraute / abrotanum (Artemisia abrotanum),Flaschenkürbis / curcurbita (Cucurbita lagenaria)Melone / pepones (Cucumis melo),Wermut / absinthium (Artemisia absinthium),Andorn / marrubium (Marrubium vulgare),Fenchel / feniculum (Foeniculum vulgare),Schwertlilie / gladiola (Iris germanica),Liebstöckel / lybisticum (Levisticum officinale),Kerbel / cerefolium (Anthriscus cerefolium),Lilie / lilium (Lilium candidum),Schlafmohn / papaver (Papaver somniferum),Muskatellersalbei / sclarega (Salvia sclarea ),Frauenminze / costus (Chrysanthemum balsamita) (erwähnt unter Muskatellersalbei),Minze / menta (Mentha spec.),Poleiminze / puleium (Mentha pulegium),Sellerie / apium (Apium graveolens),Heil-Ziest / vettonica (Betonica officinalis),Odermennig / agrimonia (Agrimonia eupatoria),Rainfarn / ambrosia (Achillea millefoliumoder Tanacetum vulgare),Katzenminze / nepeta (Nepeta cataria),Meerrettich / rafanum, radices (Armoracia rusticana); ev. auch der Garten-Rettich(Raphanus sativus),Rose / rosa (Rosa spec.)

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