Monatsarchiv: April 2016

Frühlingsgefühle oder Rhabarber-Himbeermarmelade

Mir ist ein langsam beginnender Frühling lieb.
So bleibt all den zarten Frühblühern ein längeres Dasein.
Grünen und sprießen tut’s trotzdem allerorten.
Die Rhabarberzeit beginnt.
Genau wie beim Spargel geht sie vom 18.4. bis zum 24.6.
Eine große Liebhaberin des Gemüses (genau, Spargel zählt zu den Gemüsen, nicht zum Obst) ist meine liebe Tochter.

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Das Knöterichgewächs ist mit dem Sauerampfer verwandt und voller gesunder Inhaltsstoffe.
Neben Vitamin C enthält Rhabarber reichlich Ballaststoffe, außerdem Kalium, Eisen und Phosphor.
Einen Nachteil hat die Pflanze.
Sie enthält Oxalsäure. Darum sollte sie ab Ende Juni nicht mehr geerntet werden. Der Gehalt der Säure steigt dann.
In großen Mengen verzehrt, kann Oxalsäure Vergifftungserscheinungen hervorrufen.
Jeder der zu Nierensteinen neigt, sollte oxalsäurehaltige Lebensmittel meiden.
Neben dem Rhabarber zählen dazu u.a. auch Spinat, Mangold und rote Beete.
Meine Tochter mag säuerliche, herbe Früchte und Gemüse gern.
Bei Hollunder und Rhabarber, Spargel und Sellerie ist sie dabei.
Geschichten wie die von der Rhabarbarbarbara

bringen sie zum Lachen.
Dann ist die 33jährige wieder meine Schaukelinhaberin und ich muss sehr über sie schmunzeln.
Also mache ich ihr eine Marmelade die ganz nach ihrem Geschmack ist…mit viel Rhabarbara und wenig Himbeere.

Es braucht dafür:

500 g ( schon geputzen ) Rhabarber
100 g Himbeerpüree ( schon ohne Kerne )
300 g Gelierzucker 2:1
1/2 Vanilleschote
2 Gewürznelken
1 Pk. Ascorbinsäure

Den Rhabarber wasche und schäle ich.

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Dannach schneide ich ihn in kleine Stücke.
Das Himbeerpüree kommt dazu

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und ein Päckchen Ascorbinsäure.
Bei Marmeladen ziehe ich die Ascorbinsäure dem puren Saft der Zitrone vor.
Eine halbe Vanilleschote kratze ich aus, die duftende Vanille gebe ich zu meiner Marmeladenvormasse und auch die Schale.

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Zwei Gewürznelken noch und dann kommt der Gelierzucker dazu.
Alles gut vermengen und für mindestens 3 Stunden, besser über Nacht, ziehen lassen.

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Am nächsten Morgen die Masse dann in einem großen Topf geben und aufkochen.

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Nach dem Blubbern noch 5 Minuten köcheln lassen.
Die Vanilleschote und auch die Gewürznelken entferne ich nicht, achte aber beim Einfüllen in die sauber ausgekochten Gläschen darauf, dass in jedes Glas eins davon eingefüllt wird.
So kann der Geschmack der Gewürze gut nachziehen.
Obwohl…lange wird sich die Marmelade nicht halten.
Bald jedoch schon blüht der Holunder….

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Das Lied zum Tag

…bisschen warm schunkeln 😉  …

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Tulpen aus Amsterdam

Das Schöne vom Tag

…sich entfaltendes

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Das Schöne vom Tag

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…das Kräutersammeln beginnt…

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mit dem Lungenkraut…

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https://teil2einfachesleben.wordpress.com/2015/04/17/lungenkraut-und-der-tee-daraus/

Klostermedizin – Isidor von Sevilla

In den Klöstern der Spätantike bzw. des frühen Mittelalters wurde durch das Studieren und Kopieren antiker Schriften ein bedeutender Beitrag zum Verständnis des menschlichen Körpers geschaffen.
Die Anerkennung natürlicher Ursachen für Erkrankung sind ein enormer Fortschritt.
Die Themen Erbschuld und Prüfung, von der Kirche oft zur Erklärung von Krankheiten bemüht, fallen weg.
Dies geschieht für einen relativ kurzen Zeitraum und hauptsächlich unter den Wissenden der damaligen Zeit, zu denen weltliche und kirchliche Fürsten zählten, die miteinander im regen Austausch standen.
Erinnern möchte ich an Isidor von Sevilla.

Isidor von Sevilla ( 560 – 636 )

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Isidor von Sevilla stammte aus der römischen Oberschicht.
Seine beiden Brüder waren ebenfalls Bischöfe, seine Schwester – zu der er brieflichen Kontakt hatte – war Nonne.
Da seine Eltern früh verstorben waren, übernahm sein älterer Bruder, der Abt im Benediktinerkloster zu Sevilla war, dort seine Erziehung.
Isidor, dem diese zu hart erschien, flüchtete aus dem Kloster, kehrte aber geläutert wieder zurück und übernahm nach dem Tod seines Bruders dessen Amt.
Als Bischof von Sevilla war Isidor der letzte bedeutende westliche Kirchenvater.
Er stellte eine Enzyklopädie zeitgenössischen und antiken Wissens zusammen –  die 20 Bücher umfassende Etymologiae – die um 623 veröffentlicht wurde.
In den 20 Büchern erläuterte er Ursprünge des Wissens der Antike.
Das 4.Buch daraus ist das heilkundige Werk “ De medicinia „.
Isidor von Sevilla steigt mit seinem Werk zum meistgelesensten Autor des Mittelalters auf, was ihm den Beinamen
“ Isidorus Hispalensis “ – Lehrmeister Spaniens – einbringt.
Er ist der letzte große Autor der Spätantike.
In seinen Büchern kompilierte er das Wissen der Antike.
Seine in Latein verfassten Werke wurden von Mönchen kopiert und so verbreitet.
Den Mönchen geboten die Ordensregeln dieses, genügend Freiraum dafür wurde geschaffen, indem in den Klöstern sklavenartig gehaltene Arbeiter die groben, notwendigen Dinge des Lebens verrichteten.
Manche Aussagen antiker Autoren sind nur noch als Zitate erhalten, Isidor fasste sie zusammen.
Damit prägte er das Wissen seiner Epoche bis in die frühe Neuzeit hinein.
Er förderte die asketische und wissenschaftliche Ausbildung der Geistlichen und die Gründung entsprechender, bischoflicher Schulen.
Mit seinem Buch “ De medicinia “ schaffte er den wichtigsten Beitrag zur Medizin im spätantiken Spanien.
Einige wenige Verse darin beschäftigen sich mit der Hausapotheke und der Kräuterkammer, die in den Klöstern angelegt werden.
Auf seine Zitate beruft sich das “ Lorscher Arzneibuch „,
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Lorscher_Arzneibuch
auf das in einem späteren Beitrag zurück zu kommen sein wird.
Isidor von Sevilla gilt die Medizin als eine Fertigkeit zum Schutz und der Wiederherstellung der Gesundheit.
In einer Zeit, in der Krankheit allgemein hin als Gottesstrafe gesehen wird, hat das eine herausragende Bedeutung.
Er bejahte die Medizin ohne Vorbehalte, zu den freien Wissenschaften zählte er sie nicht.
“ Sie habe jedoch an allen Künsten teil. “ lehrte er und erhebt die Medizin zur “ zweiten Philosophie „.
“ Somit werde durch die Philosophie der Seele – durch die Medizin – der Körper behandelt. “
Bedenkt man den Zeitraum in dem er lebte, mutet das hochmodern an.
Isidor von Sevilla war seiner Zeit weit voraus.
Mit der vollen Anerkennung der Körperlichkeit des Menschen und der Sorge der ärztlichen Kunst darum, weist er der Medizin des Mittelalters, die ohnehin vom arabischem Einfluß umstrukturiert werden wird – auch darauf wird später einzugehen sein – neue Wege. 
 

Kochgedanken oder Lammlachse

Draußen zeigt der Frühling die kalte Schulter.
Innerhalb von fünf Minuten habe ich drei Jahreszeiten vor und auf meinem Fenster.

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Das kalte Schulter zeigen muss er sich bei Frau Merkel abgeschaut haben.
Ebendiese zeigt sie ihrem eigenen Volk auch.
Was mag nur einen Großteil der Bevölkerung veranlassen, dies erst jetzt zu bemerken?
Die „Unterschichten“ rebellieren. Aber erst seit sie Angst vor einer weiteren „Unterschicht“ haben.
Wieso sind für „Fremde“ plötzlich Gelder da, die den hier Arbeitenden seit Jahren gestrichen werden?
Aus Protest braun zu wählen, kann nur auf Unkenntnis der Geschichte beruhen.
Vermutlich wird dieses mangelnde Wissen in Kürze aufgefrischt. Durch ein Buch, das der Auffrischung kaum dienlich sein wird. 70 Jahre sind vergangen, die Urheberrechte dahin, kämpferisch wird der braune Dreck in die Bestsellerlisten schießen, wenn auch die Auflage klein und mit hohem Preis sein soll, wohl auch mit Kommentaren versehen.
http://mobil.fr-online.de/cms/kultur/urheberrecht-hitlers–mein-kampf–bleibt-verboten,4351640,32950032,view,asFitMl.html

Mir kommen die Tränen.
Das liegt am Zwiebel schneiden.

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Zwiebeln brauche ich unbedingt für meine Pilzbohnen, die es zum Lamm dazu geben soll.

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https://arabella50.wordpress.com/2014/10/13/hans-und-die-bohnenranke-oder-pilzbohnen-mit-lamm/
Woher die Zwiebeln wohl stammen?
Die Bohnen jedenfalls kommen aus Padderborn und wurden dort tiefgefroren.
Ich mag Feinfrostgemüse- immer frisch, immer ausgereift.
Mit den Menschen läuft das noch nicht so ausgereift. Die lassen sich langsam nicht mal mehr durch Werbung beeinflussen. Tststs..B…ist das famose Zartgemüse aus der Dose…wäre wohl noch schöner.
Kalt läuft es mir über die Schulter, als ich lese woher meine Frühlingskartoffeln, die ich dazu bereiten möchte, kommen.
Sie sind in “ ausgesuchten Sonnenländern gereift “ sehe ich. Jetzt, da ich eine Brille aufhabe, kann ich die kleine Schrift auf dem Beutel in dem sie verpackt sind lesen.
Nie wieder gehe ich ohne Brille einkaufen!
Die Kartoffeln schäle ich und setze sie zu Salzkartoffeln auf, dabei sinniere ich darüber wo Sonnenländer wohl liegen könnten?
Doch nicht etwa in der Türkei?
Nee, das kann kein Sonnenland sein!
Merkels Freund vom Bosporus will gerade den Dresdner Sinfonikern verbieten, ein Stück über den Massenmord an Armeniern aufzuführen.
http://m.welt.de/politik/deutschland/article154675795/Tuerkei-will-Projekt-der-Dresdner-Sinfoniker-stoppen.html
Wie?
Ich soll kein Öl ins Feuer gießen?
Doch, muss ich.

Und zwar bestes italienisches Olivenöl in eine Pfanne.

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Ist es leicht angewärmt, gebe ich Rosmarin aus dem Garten und Knoblauch mir unbekannter Herkunft dazu.
Hat das Öl die Aromen freundschaftlich aufgenommen, gebe ich die neuseeländischen Lammlachse hinein.

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Als Lachse werden die ausgelösten Rückenstücke bezeichnet, nicht das hier einer auf die Idee kommt, ich könne Fisch nicht von Fleisch unterscheiden.
Auf beiden Seiten brate ich das Fleisch scharf an und würze es mit Pfeffer und Meersalz.
Nach dem Drehen schmurgelt das Fleisch 10 Minuten weiter vor sich hin, 5 Minuten davon abgedeckt.
Dann zieht es in den auf 80 Grad vorgeheizten Backofen um, dort ruht es weitere 10 Minuten.

Im Kräutergarten draussen scheint gerade einmal die Sonne, schnell hole ich mir Petersilie für meine Kartoffeln.

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Fast zur gleichen Zeit landet in Hannover Mister Obama.
Die Hannoversche Messe ist die wichtigste Industriemesse der Welt.
Mister Obamas Besuch dort soll Amerikas Innovationen sowie den Erfindergeist seines Landes unterstreichen und selbstverständlich ist er eine freundschaftliche Geste an Frau Merkel.
Deren breiter Rücken trägt eine schier unglaubliche Last, sie lehnt sich zu gern an den smarten Präsidenten.
Englands schmale Kate dagegen wehrt den ihr von ihm dargebotenen Platz unterm Regenschirm beidhändig und entschlossen ab.
Lieber im Regen als unter Amerikas Schirmherrschaft, Großbritanien zeigt sich schlau in schmalster Silhouette.
Was die dünne Kate wohl essen wird, frage ich mich…
Und was wohl die Frau Bundeskanzlerin auf dem Empfang mit militärischen Ehren, den sie auf Schloss Herrenhausen für Mister Obama gibt.
Na, hier ist schon der Name Programm – Herrenhausen ( also da wo die Herren hausen ).
Sicher gibt es intensive Gespräche zum Freihandelsabkommen TTIP.
Seit 2013 versucht Amerika damit zu überzeugen und verspricht sich damit Wirtschaftswachstum.
http://m.spiegel.de/politik/deutschland/a-1042658.html
Die paar Umweltschützer die dagegen protestieren, ach…was wollen die denn…

Ich muss auch schleunigst aus dem Garten zurück, meine Soße fertig machen.
Den Bratenansatz lösche ich mit Rinderfond ab und reduziere ihn wieder.
Ein paar kalte Butterstückchen dazu geben die nötige Bindung.

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Oh ja, Kochen ist viel einfacher als Politik.
Wobei…eigentlich ähnlich…
Tue ich Gutes, Wahres hinein, kommt Bekömmliches dabei heraus, das für gesundes Wachstum taugt.
Was rede ich heute auch so viel um den heißen Brei herum.
Es ist doch eh alles schon fix und fertig eingerührt…wartet nur noch auf den richtigen Moment zum Servieren, damit der brave Bürger es auch gut schluckt.
Darum streue ich noch etwas Petersilie über die Kartoffeln, so ist es gleich viel netter.

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Mit dem Gärtnergatten am Tisch sitzend, verfliegen meine Kochgedanken.
Ihm schmeckt was ich auftische und mir auch.
Gute, nahrhafte Hausmannskost.
Innerlich spielen mir die Dresdner Sinfoniker eine Overtüre dazu.
Warum muss mir gerade wieder StarWars einfallen?
Ist grad so schön friedlich am Mittagstisch.

Streng geheim

Die Stille im Haus gibt der Dunkelheit Raum.

Die Lichter sind gelöscht, was bleibt sind die Flammen des Kaminfeuers.

Deine Wärme ist lauterer, nicht ständig nach neuer Nahrung suchend, ist sie mein ständiger Begleiter.

Im Halbdunkeln finde ich dich, ertaste dein Gesicht, die Bartstoppeln und Falten erforschend.

So lebendig bist du, mir innig vertraut.
Ein leichtes drehen deines Kopfes, du schläfst.

Dein Atem geht leicht, mischt sich mit dem Regengeräusch.
Ganz still halte ich und diesen Moment fest, wie dich.

Das Lied zum Tag

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Was wichtig ist…

Sonntagsmärchen

Märchen – zauberhafte Geschichten und Erzählungen mit tieferem Sinn.
Mir nach wie vor Lieblingslektüre und Mußestunde in einem.

Der Hase und der Igel

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Ein Märchen der Brüder Grimm

Diese Geschichte hört sich ziemlich lügenhaft an, Jungens, aber wahr ist sie doch, denn mein Großvater, von dem ich sie habe, pflegte immer, wenn er sie behaglich erzählte, dabei zu sagen: „Wahr muß sie doch sein, mein Sohn, anders könnte man sie auch gar nicht erzählen.“ Und die Geschichte hat sich so zugetragen:

Es war an einem Sonntagmorgen zur Herbstzeit, gerade als der Buchweizen blühte: die Sonne war hell am Himmel aufgegangen, der Morgenwind ging warm über die Stoppeln, die Lerchen sangen in der Luft, die Bienen summten im Buchweizen, die Leute gingen in ihrem Sonntagsstaat nach der Kirche, und alle Kreatur war vergnügt, und der Swinegel auch.

Der Swinegel aber stand vor seiner Tür, hatte die Arme übereinander geschlagen, guckte dabei in den Morgenwind hinaus und summte ein kleines Liedchen vor sich hin, so gut und so schlecht, wie nun eben am lieben Sonntagmorgen ein Swinegel zu singen pflegt. Indem er nun so vor sich hinsang, fiel ihm auf einmal ein, er könnte doch, während seine Frau die Kinder wüsche und anzöge, ein bißchen ins Feld spazieren und nach seinen Steckrüben sehen. Die Steckrüben waren aber dicht bei seinem Haus, und er pflegte mit seiner Familie davon zu essen, darum sah er sie als die seinigen an. Gesagt, getan. Der Swinegel machte die Haustür hinter sich zu und schlug den Weg nach dem Felde ein. Er war noch nicht weit vom Hause weg und wollte just um den Schlehenbusch, der dort vor dem Felde steht, nach dem Steckrübenacker abbiegen, als ihm der Hase begegnete, der in ähnlichen Geschäften ausgegangen war, nämlich, um seinen Kohl zu besehen. Als der Swinegel den Hasen sah, bot er ihm einen freundlichen guten Morgen. Der Hase aber, der auf seine Weise ein vornehmer Herr war, und grausam und hochfahrend dabei, antwortete nicht auf des Swinegels Gruß, sondern sagte zum Swinegel, wobei er eine gewaltig höhnische Miene aufsetzte: „Wie kommt es denn, daß du schon so früh am Morgen im Felde herumläufst?“ – „Ich geh spazieren,“ sagte der Swinegel. „Spazieren?“ lachte der Hase, „mich deucht, du könntest die Beine auch wohl zu besseren Dingen gebrauchen.“ Diese Antwort verdroß den Swinegel ungeheuer, denn alles konnte er ertragen, aber auf seine Beine ließ er nichts kommen, eben weil sie von Natur aus schief waren. „Du bildest dir wohl ein,“ sagte nun der Swinegel zum Hasen, „daß du mit deinen Beinen mehr ausrichten kannst?“ – „Das denke ich,“ sagte der Hase. „Das käme auf einen Versuch an,“ meinte der Swinegel, „ich wette, daß wenn wir einen Wettlauf machen, ich an dir vorbeilaufe.“ – „Das ist zum Lachen, du mit deinen schiefen Beinen,“ sagte der Hase, „aber meinetwegen mag es sein, wenn du so große Lust darauf hast. Was gilt die Wette?“ – „Einen goldenen Louisdor und eine Buddel Branntwein,“ sagte der Swinegel. „Angenommen,“ sprach der Hase, „schlag ein, und dann kann es gleich losgehen.“ – „Nein, so große Eile hat es nicht,“ meinte der Swinegel, „ich bin noch ganz nüchtern; erst will ich nach Hause gehen und ein bißchen frühstücken. In einer halben Stunde bin ich wieder hier auf dem Platz.“

Damit ging der Swinegel, denn der Hase war es zufrieden. Unterwegs dachte der Swinegel bei sich: Der Hase verläßt sich auf seine langen Beine, aber ich will ihn schon kriegen. Er ist zwar ein vornehmer Herr, aber doch nur ein dummer Kerl, und bezahlen soll er doch. Als nun der Swinegel zu Hause ankam, sprach er zu seiner Frau: „Frau, zieh dich schnell an, du mußt mit mir aufs Feld hinaus.“ – „Was gibt es denn?“ sagte seine Frau. „Ich habe mit dem Hasen gewettet um einen goldenen Louisdor und eine Buddel Branntwein; ich will mit ihm um die Wette laufen, und du sollst mit dabei sein.“ – „O mein Gott, Mann,“ fing nun dem Swinegel seine Frau an zu jammern, „bist du nicht recht gescheit? Hast du denn ganz den Verstand verloren? Wie kannst du mit dem Hasen um die Wette laufen wollen?“ – „Halt’s Maul, Weib,“ sagte der Swinegel, „das ist meine Sache. Misch dich nicht in Männergeschäfte! Marsch, zieh dich an und komm mit!“ Was sollte Swinegels Frau machen? Sie mußte wohl folgen, sie mochte nun wollen oder nicht.

Wie sie nun miteinander unterwegs waren, sprach der Swinegel zu seiner Frau: „Nun paß auf, was ich dir sagen will. Siehst du, auf dem langen Acker dort wollen wir unseren Wettlauf machen. Der Hase läuft nämlich in der einen Furche und ich in der andern, und von oben fangen wir an zu laufen. Nun hast du weiter nichts zu tun, als dich hier unten in die Furche zu stellen, und wenn der Hase auf der andern Seite ankommt, so rufst du ihm entgegen: ‚Ich bin schon hier‘.“

Damit waren sie beim Acker angelangt. Der Swinegel wies seiner Frau den Platz an und ging nun den Acker hinauf. Als er oben ankam, war der Hase schon da. „Kann es losgehen?“ sagte der Hase. „Jawohl,“ sagte der Swinegel. „Dann also los!“ Und damit stellte sich jeder in seine Furche. Der Hase zählte: „Eins, zwei, drei!“ und los ging es wie ein Sturmwind den Acker hinunter. Der Swinegel aber lief nur ungefähr drei Schritte, dann duckte er sich in die Furche und blieb ruhig sitzen.

Als nun der Hase in vollem Lauf unten am Acker ankam, rief ihm dem Swinegel seine Frau entgegen: „Ich bin schon hier!“ Der Hase stutzte und verwunderte sich nicht wenig: er meinte nicht anders, als wäre es der Swinegel selbst, der ihm zurief, denn bekanntlich sieht dem Swinegel seine Frau just so aus wie ihr Mann. Der Hase aber meinte: „Das geht nicht mit rechten Dingen zu.“ Er rief: „Nochmal gelaufen, wieder rum!“ Und fort ging er wieder wie ein Sturmwind, daß ihm die Ohren um den Kopf flogen. Dem Swinegel seine Frau aber blieb ruhig auf ihrem Platz stehen. Als nun der Hase oben ankam, rief ihm der Swinegel entgegen: „Ich bin schon hier!“ Der Hase aber, ganz außer sich vor Ärger, schrie: „Noch einmal gelaufen, wieder rum!“ – „Mir macht das nichts,“ antwortete der Swinegel, „meinetwegen, sooft du Lust hast.“ So lief der Hase noch dreiundsiebzigmal, und der Swinegel hielt es immer mit ihm aus. Jedesmal, wenn der Hase unten oder oben ankam, sagte der Swinegel oder seine Frau: „Ich bin schon hier.“

Beim vierundsiebzigsten Male aber kam der Hase nicht mehr bis ans Ende. Mitten auf dem Acker stürzte er zur Erde, das Blut schoß ihm aus dem Halse, und er blieb tot auf dem Platze. Der Swinegel aber nahm seinen gewonnenen Louisdor und die Buddel Branntwein, rief seine Frau aus der Furche ab, und beide gingen vergnügt miteinander nach Hause: und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie heute noch.

So begab es sich, daß auf der Buxtehuder Heide der Swinegel den Hasen totlief, und seit jener Zeit hat es sich kein Hase wieder einfallen lassen, mit dem Buxtehuder Swinegel um die Wette zu laufen.

Die Lehre aber aus dieser Geschichte ist erstens, daß keiner, und wenn er sich auch noch so vornehm dünkt, sich über einen geringen Mann lustig mache, und wenn es auch nur ein Swinegel wäre. Und zweitens, daß es geraten ist, wenn einer freit, daß er sich eine Frau aus seinem Stande nimmt, die geradeso aussieht wie er selber. Wer also ein Swinegel ist, der muß zusehen, daß seine Frau auch ein Swinegel ist, und so weiter.

Das Letzte vom Tag

Die gesamte Sippe ist auf Reisen.
Eine Familienfeier im fernen Frankfurt ist der Grund.
Der Gärtnergatte und ich bleiben als Einzige daheim und reiben uns die Hände.
Ein ganzes Wochenende nur für uns zwei. Juchhu!
Wenn da nicht der Störteufel wäre…
Mein automatisch gesteuertes Außenrollo sagt nichts mehr. Gar nichts mehr.
Wollen wir nicht im Dunkeln sitzen, muss der Gärtnergatte ran und dem Abhilfe schaffen.
Statt trautem Kuscheln also pochen, hämmern, bauen. Gelegentliches fluchen ist auch dabei.
Da ist er…mein Termirollotor…

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