Monatsarchiv: Januar 2016

Empfehlenswertes

Eine neue Kategorie.

Für Beiträge die gelesen werden sollten, wie ich finde.

https://salvaveniaxxl.wordpress.com/2016/01/22/lindners-heilsbringersyndrom/

Das Letzte vom Tag

Heute morgen sind knackige 18,9 Minusgrade.
Das Vogelhaus bleibt lange leer. Erst mit der Sonne kommen die dick aufgeplusterten Gäste.
Dafür ist den ganzen Tag über Winterwetter wie aus dem Bilderbuch.
Blau und weiß wohin ich sehe.
Die Sonne strahlt klar und warm.
So wird der Heimweg zum erholsamen Winterspaziergang.
Die frische Luft macht hungrig und ich mir eine meiner Lieblingsspeisen – Scharfe Sache.
Dafür brauche ich Sahnemeerrettich.
Meine Vorräte sind aufgebraucht, ich mache mir neue.
Scharf, dass mir die Tränen laufen, sind die ätherischen Öle die beim Reiben freigesetzt werden.
Dafür machen sie einen klaren Kopf.
Es gibt einige, die ich im Moment zu gern daran riechen lassen würde…

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Das Lied zum Tag


Hotel California

In diesem fordernden Januar ist auch er gestorben – Glenn Frey

Immer noch schokoladig und doch schon fruchtig oder Birnenkuchen

Es ist Winter.
Bei manchen ist er grau und feucht, bei uns seit kurzem endlich weiß und kalt.
Die Lust auf Schokolade bleibt mir bei solchem Wetter beharrlich erhalten. Trotzdem mischen sich gelegentlich Frühlingsgefühle dazwischen.
Dann kombiniere ich meine Gelüste einfach und mache mir eine Tarte aux poires – oder schlicht – einen Birnenkuchen, natürlich mit Kakao im Teig.

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Es braucht dafür:

1 Glas halbierte Birnen
150 g Butter
150 g Mehl
100 g Zucker
3 Eier
1 TL Vanillezucker
Salz
1 TL Weinsteinbackpulver
4 EL Kakaopulver
3 EL Milch
3 EL Aprikosenmarmelade
50 g Mandelblättchen
20 g Puderzucker

Birnen sind Herbstfrüchte und gehören frisch in diese Jahreszeit.

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Da sie nicht lange haltbar sind, lohnt sich ein konservieren.
Birnenkompott mit Nelken, hmmm, daran erinnere ich mich sehr gern. In meiner Kindheit wurden in jedem Haushalt Früchte eingekocht, um im Winter als Kompott verzehrt zu werden.
An vielen Sommernachmittagen saß meine Mutter am Küchentisch, der mit einer Wachstuchdecke belegt war und schnitt die Früchte, die der Garten gebracht hatte, in Stückchen. Sie wurden in Einkochgläser gefüllt und mit Wasser, Zucker und Gewürzen bedeckt. Zwischen Deckel und Glas kam ein Gummiring, dann wurde der Deckel mit einer Klammer befestigt und die Gläser kamen in einen Einkochtopf. Zeigte dessen Thermometer die erforderliche Temperatur, drehte meine Mutter die Hitze zurück und die Gläser waren bald danach luftdicht verschlossen.
Im Keller füllten sie die Regale und Sonntags wurde ich hinunter geschickt, eins davon als Nachspeise zum Mittagessen zu holen.
Manchmal hatte ein Gummiring nicht dicht geschlossen und das Eingeweckte war verdorben. Schade drum.
Mit der Wende kamen Tiefkühltruhen zum Einfrieren der Früchte und massenhaft im Handel zu erwerbende Konserven in Mode. Selbst eingekocht wird kaum mehr. Nochmal schade drum, aber ich selber tue es auch nicht mehr.
Birnen sind süße Früchte. Bei fast gleicher Kalorienzahl wie Äpfel besitzen sie weniger Säure und mehr Fruchtzucker. Ebenso wie bei Äpfeln sitzen ihre Vitamine unter der Schale, deshalb sollten Birnen ungeschält verzehrt werden. Die reichlich enthaltenen Vitamine A, B1, B2 und C gehen sonst zum großen Teil verloren.
Birnen enthalten weiterhin Niacin und Folsäure sowie die Mineralstoffe Kalium, Phosphor, Kalzium und Eisen.
Kalium wirkt entwässernd und unterstützt damit die Blasen- und Darmfunktion. Folsäure ist wichtig für die Blutbildung und das Vitamin C hilft das enthaltene Eisen zu spalten.
Der hoher Wasseranteil der Früchte und die kurze Verweildauer im Magen bringen die Nährstoffe schnell in den Darm.
Erhöhten Flüssigkeitsbedarf reguliert sie sehr gut.
Zurück zu meinem Kuchen.

Die Birnen habe ich abtropfen lassen und den Backofen auf 175 Grad vorgeheizt.
Die Butter rühre ich mit Zucker, Vanillezucker und einer Prise Salz zu einem glatten Teig.

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Nun gebe ich die Eier dazu und schlage alles auf, bis die Masse schaumig ist.

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Dahinein siebe ich als nächstes das Mehl und das Weinsteinbackpulver.

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Je nachdem wie fest der Teig wird, 2 – 3 EL Milch dazu geben.
Zum Schluß den Kakao dazu sieben und alles kräftig verrühren.

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In eine gebutterte Springform gebe ich den fertigen Teig.

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Die Birnen lege ich mit der Wölbung nach oben darauf und bestreiche sie mit Aprikosenmarmelade.

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Mandelblättchen streue ich in die entstehenden Zwischenräume und jetzt kommt der Kuchen für 40 – 50 Minuten bei Umluft in den Backofen.
So sieht er danach aus.

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Wunderbar duftend mit fein im Teig eingesunkenen Birnen. Leicht abkühlen lassen und mit Puderzucker bestreuen – fertig.

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Schokoladig süß wie der Winter sein soll ist der Kuchen, die Birnen machen mit ihrem  Fruchtgeschmack Lust auf den Frühling.
Für mich eine köstliche Zwischenlösung bis er wiederkehrt.

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Erinnerungen – innere Einstellung

Im Herbst 1978 kam ich in die 7. Klasse einer Polytechnischen Oberschule.

Das Schulsystem der DDR sah einen pflichtigen Grundschulbesuch der Klassen 1 – 4 vor.
Dorfkinder konnten bis dahin auch in speziellen Grundschulen lernen.
Ab der 5. Klasse mussten sie in Polytechnische Oberschulen ( POS ) wechseln, in denen ein Schulbesuch bis zur 10. Klasse geplant war.
Ab der Klasse 8 war eine Aufteilung möglich.
Kinder bzw. Jugendliche, denen das Lernen schwer fiel, durften in Ausnahmefällen die Schulzeit beenden, um eine Lehre zu beginnen.
Begabten Jugendlichen stand der Weg zur Erweiterten Oberschule ( EOS ) offen, in der in den Klassen 8 – 12 die Kenntnisse für ein Ende der 12. Klasse abzuschliessendes Abitur gelehrt wurden.

So die offizielle Version.
Der Begriff “ begabt “ hatte in der DDR einen weiten Rahmen.
Mädchen konnten in der DDR alles werden, naturgemäß in jungen Jahren oft weiter entwickelt als gleichaltrige Jungs, gab es zu viele begabte Mädchen.
Ein Junge hatte in der DDR deutlich bessere Chancen zur EOS zugelassen zu werden.
Der Arbeiter- und Bauernstaat hatte Schwierigkeiten, die vorhandene Intelligenzlerschicht, für die im Symbol der DDR der Zirkel stand, zu tolerieren.
Eigenständiges Denken stört in Diktaturen.
Das Arbeiter und Bauern genauso gut denken können, hatte die Führung verdrängt, später wird sie das bereuen.
Es gab auch in der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED)
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Sozialistische_Einheitspartei_Deutschlands
eine begrenzte Aufnahmezahl für Mitglieder der zur Intelligenz zählenden Berufe.
Wollte ein leitender Angestellter in einem Volkseigenem Gut (VEG)
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Volkseigenes_Gut
in seiner Karriere vorankommen, musste er Parteimitglied sein. Waren die statistischen Zahlen ausgelastet, schickte man ihn einfach in den Stall arbeiten. In dieser Zeit galt er als Bauer und „durfte“ in die Partei eintreten.
Plan 100 %ig  erfüllt, nach 3-4 Wochen Stallarbeit stand der weiteren Karriere die Türen offen.
Kinder aus Elternhäusern in denen ein oder gar beide Teile der Intelligenz zugeordnet werden konnten, war bei parteitreuer Zugehörigkeit der Eltern ein Zugang zum Abitur möglich, sonst selbstverständlich auch erlaubt, aber schwieriger.
Kirchentreue Eltern hatten ähnliche Probleme ihren Kindern einen Zugang zu erweiterter Bildung und der daraus folgenden Zulassung zu einem Hochschulstudium zu ermöglichen.

Ab der Klasse 7 begannen die Bewerbungen für einen Wechsel von der POS zur EOS.
Grundlage waren die Schulnoten.
Offiziell.
Inoffiziell wurden die Bewerber nach den oben genannten Kriterien bewertet.
Selbstverständlich spielten gute Noten auch eine wahrhafte Rolle.
Für einen Jungen aus einem Arbeiterelternhaus war es jedoch leichter möglich mit einem Zensurendurchschnitt von – ich schätze jetzt grob –  2,2 einen Platz auf der EOS zu erhalten, als für ein Mädchen mit einem geschätzten Zensurendurchschnitt von 1,7 aus einem Intelligenzlerhaushalt.

Ab der 7. Klasse wurde das Fach Staatsbürgerkunde gelehrt.
Darin eine gute Note zu haben, war wichtigere Vorraussetzung als gutes Rechnen, Lesen oder Schreiben.
Inhalt des Faches war die marxistisch-leninistische Weltanschauung.

Ich bin ein aufgewecktes Kind mit stark ausgeprägter, eigener Meinung.
Lernen macht mir Freude und fällt mir leicht.
Mit Mathematik habe ich Schwierigkeiten. Zum Glück fällt das Teilgebiet Geometrie in die Bewertung.
Mit den dazu notwendigen Zeichnungen kann ich etwas anfangen, sie akkurat abliefern und gleiche damit die mangelnde Denkkraft im Zahlenbereich aus, was mich auf eine Gesamtnote von 2,4 im Fach Mathematik bringt.
Deutsche Sprache und Literatur…welche Freude.
Geschichte…her damit, die dafür notwendigen Zahlenkenntnisse sind für mich greifbar. Einmal gelesen kann ich sie auswendig. Das funktioniert auch mit Gedichten, bis heute.
Im neuen Fach Staatsbürgerkunde kann ich sie anwenden, denke ich und scheitere kläglich.
Hier wird kein eigenes Denken gewünscht, hier wird Papierwahrheit eingetrichtert, ohne Abweichung und Kommentare wiederzugeben verlangt, bei sonstiger Schlechtbenotung.
Schon mit der These der gerechten und ungerechten Kriege habe ich große Schwierigkeiten. Ich sehe es anders, als die Lehrmeinung vorschreibt.
Irgendwie kriegen sie mich dabei noch auf den vorgeschriebenen Weg zurück.
Ihn werde ich bei folgendem Text verlassen:

„Die Partei, die Partei,
Die hat immer recht
Und Genossen es bleibe dabei,
Denn wer kämpft für das Recht,
Der hat immer recht
Gegen Lüge und Ausbeuterei.
Wer das Leben beleidigt,
Ist dumm oder schlecht,
Wer die Menschen verteidigt,
Hat immer recht.
So aus Lenin’schem Geist
Wächst von Stalin geschweißt
Die Partei, die Partei, die Partei.“

Er stammt aus dem Lied “ Lied der Partei „.
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Lied_der_Partei

Mir will nicht klar werden, wie eine einzige Institution das Recht auf die alleinige Wahrheit in Anspruch nehmen kann.
Dies sage ich laut, diskutiere offen darüber.
Nur meine friedliche Einstellung zum von mir geschätztem Engelswerk “ Der Ursprung der Familie…“
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Der_Ursprung_der_Familie,_des_Privateigenthums_und_des_Staats
und mein brillanter Umgang mit den darin erworbenen Kenntnissen rettet meine Zensur.
Vorgemerkt bin ich schon mal. Wieder einmal weiß ich das damals nicht.
In der DDR gibt es die Gesellschaft  „Deutsch-sowjetische Freundschaft“ (DSF).
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Gesellschaft_f%C3%BCr_Deutsch-Sowjetische_Freundschaft
Der Beitritt ist gebührenpflichtig und freiwillig.
Ich trete nicht ein.
Wie alle anderen Mitschüler habe ich eine russische Brieffreundin, mit der ich regelmäßigen Briefwechsel führe. Mir ist das Zeichen genug, eine offizielle Absegnung meiner Freundschaft durch den Eintritt in die DSF halte ich für verlogen.
Meine Meinung hat Gewicht. Ich bin Mitglied des Gruppenrates der Klasse in der ich lerne und zähle jedes Schuljahr zu den ausgezeichneten Bestschülern.
Ich bekomme eine Vorladung zum Direktor, der ich Folge leiste.
In einem langen Gespräch versucht der Direktor mich zum Entritt in die DSF zu bewegen, ohne Gründe dafür zu benennen. Er kennt und schätzt meine klare Meinung und sagt mir das auch.
Ihm ist es nicht gelungen, mich zu überzeugen, den Eintritt vorzunehmen.
Später, nach der Wende, werde ich erfahren, das von diesem Gespräch meine Zulassung zur EOS abhing.
Kein DSF-Eintritt bedeutet keine EOS-Zulassung, so die einfache Rechnung. Aber mit dem Rechnen habe ich es nunmal nicht so.
Später hat mein Klassenlehrer, den ich wahrhaftig gepisackt habe, mich versucht zu überzeugen ein Abitur mit Berufsausbildung in einer Weberei abzuschließen.
Für mich ein nicht gangbarer Weg.
Eine Mitschülerin, die ihrer Kirchenzugehörigkeit wegen nicht auf die EOS durfte, ist ihn gegangen.
Ihre praktischen Fähigkeiten und ihre Denkweite waren den meinen weit voraus.
Also habe ich einen 10. Klasse Abschluß mit 1,3 ( Mathematik 2 und Sport 2 – im Sport hat mich einzig das Schwimmen und der Ausdauerlauf gerettet. ) und kein Abitur. Sie eine fundierte handwerkliche Ausbildung mit nachfolgendem Zugang zur Universität.
In der 10. Klasse hatte ich einen Vorteil davon.
Nun gab es auch noch das Schulfach Zivile Verteidigung (ZV), auch Wehrunterricht genannt.
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Wehrunterricht
Im praktischen Teil wurde von mir und meinen Mitschülern verlangt, mit Gasmaske über den Waldboden zu kriechen und gegen den imaginären Feind vorzugehen.
Mit Hinweis auf meine Einstellung zu gerechten und ungerechten Kriegen, habe ich mich geweigert, daran teilzunehmen.
Mein Lehrer war der Diskussion überdrüßig und er erließ mir diesen Teil der Ausbildung inoffiziell.
Während die anderen über den kalten Boden krochen, blieb ich mit beiden Beinen fest auf ihm stehen.
Später hat es Zeiten gegeben, in denen ich dies bereut habe.
Bei den Feierlichkeiten zur Ausgabe der Abschlusszeugnisse durfte und musste ich die Rede des ausgewählten Schülers halten. Das stellte eine besondere Ehrung ebendieses Schülers dar.
Mein Glaube daran, der Ursprung dessen läge in meiner sprachlichen und rhetorischen Fähigkeit, war gering.
Die Rede habe ich gehalten und unbeschadet überstanden.
Vorher hatte ich sie mit einer mir gewogenen Deutschlehrerin – dem von mir hochgeschätzten, lange verstorbenen Fräulein Bauer – abgesprochen.
Das die Auswahl auf mich fiel, sei Teil der persönlichen Entschuldigung meines Direktors an mich gewesen, erfuhr ich viele Jahre später.
Nicht von ihm selbst.

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Das Letze vom Tag oder Morgen

Ich dacht das Bloggen aufzugeben,
zuviel Gewirr für mein Bestreben.

Die Welt am Bösen will zerbrechen,
allein kann ich nicht alle rächen.

Haut Eine(r) drauf…schon geb‘ ich auf.

Doch gibt’s in dieser großen Runde so viele, die mit klugen Munde, zur rechten Zeit am besten Ort !

Drum blogge weiter ich nun fort.

In diesem Sinne:
Salva venia

Mit Verlaub zu sagen, hochgeschätzter Herr Salva, wieder einmal haben Sie mich gerettet.
http://wp.me/p4fth1-1BJ

Immer die Ihre, Arabella

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Vorderfrauen

Chemnitz…minus 5 Grad. ..die Frisur hält…

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Das Schöne vom Tag

Winterleuchten bei minus 12 Grad

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Streng geheim

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Ich ziehe mich zusammen, sammle Kraft.
Knochenhart gefroren, dass es nur so klappert.

Ich nehme dir das Laute, Welt.
Knirschend nur, wenn überhaupt, lasse ich Töne zu.

Schweigt ihr Vögel! Dies ist meine Zeit.

Dem unverständigen Menschen schenke ich Hoffnung, wenn er denn sehen will.

(für Herrn Plietsche
http://wp.me/p55lSe-1od8Q
zum Geburtstag, bitte bis morgen nicht öffnen 😉 .)

Das Letzte vom Tag

Winterlandschaft wohin ich schaue.
Für mich ein Grund zu guter Laune.
So macht der Heimweg nach der Arbeit Spaß.
Schnell laufe ich noch in die Drogerie und erbeute den letzten Sack Sonnenblumenkerne. Der Wochenvorrat für meine Vogelschaar ist damit gesichert.
Morgen bin ich die wöchentliche Kuchenspenderin auf Arbeit.
Der Birnenkuchen gelingt fein.
Saft bleibt übrig. Den süßen Birnensaft mische ich mit etwas Rotwein und einem Minischluck Rum.
Warm gemacht schmeckt das verlockend und vertreibt die Kälte, die mir beim Wäsche aufhängen in die Glieder gefahren ist.
Bei minus 8 Grad ist das erlaubt und angebracht.
Das Leben ist schön!

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