Immer noch schokoladig und doch schon fruchtig oder Birnenkuchen

Es ist Winter.
Bei manchen ist er grau und feucht, bei uns seit kurzem endlich weiß und kalt.
Die Lust auf Schokolade bleibt mir bei solchem Wetter beharrlich erhalten. Trotzdem mischen sich gelegentlich Frühlingsgefühle dazwischen.
Dann kombiniere ich meine Gelüste einfach und mache mir eine Tarte aux poires – oder schlicht – einen Birnenkuchen, natürlich mit Kakao im Teig.

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Es braucht dafür:

1 Glas halbierte Birnen
150 g Butter
150 g Mehl
100 g Zucker
3 Eier
1 TL Vanillezucker
Salz
1 TL Weinsteinbackpulver
4 EL Kakaopulver
3 EL Milch
3 EL Aprikosenmarmelade
50 g Mandelblättchen
20 g Puderzucker

Birnen sind Herbstfrüchte und gehören frisch in diese Jahreszeit.

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Da sie nicht lange haltbar sind, lohnt sich ein konservieren.
Birnenkompott mit Nelken, hmmm, daran erinnere ich mich sehr gern. In meiner Kindheit wurden in jedem Haushalt Früchte eingekocht, um im Winter als Kompott verzehrt zu werden.
An vielen Sommernachmittagen saß meine Mutter am Küchentisch, der mit einer Wachstuchdecke belegt war und schnitt die Früchte, die der Garten gebracht hatte, in Stückchen. Sie wurden in Einkochgläser gefüllt und mit Wasser, Zucker und Gewürzen bedeckt. Zwischen Deckel und Glas kam ein Gummiring, dann wurde der Deckel mit einer Klammer befestigt und die Gläser kamen in einen Einkochtopf. Zeigte dessen Thermometer die erforderliche Temperatur, drehte meine Mutter die Hitze zurück und die Gläser waren bald danach luftdicht verschlossen.
Im Keller füllten sie die Regale und Sonntags wurde ich hinunter geschickt, eins davon als Nachspeise zum Mittagessen zu holen.
Manchmal hatte ein Gummiring nicht dicht geschlossen und das Eingeweckte war verdorben. Schade drum.
Mit der Wende kamen Tiefkühltruhen zum Einfrieren der Früchte und massenhaft im Handel zu erwerbende Konserven in Mode. Selbst eingekocht wird kaum mehr. Nochmal schade drum, aber ich selber tue es auch nicht mehr.
Birnen sind süße Früchte. Bei fast gleicher Kalorienzahl wie Äpfel besitzen sie weniger Säure und mehr Fruchtzucker. Ebenso wie bei Äpfeln sitzen ihre Vitamine unter der Schale, deshalb sollten Birnen ungeschält verzehrt werden. Die reichlich enthaltenen Vitamine A, B1, B2 und C gehen sonst zum großen Teil verloren.
Birnen enthalten weiterhin Niacin und Folsäure sowie die Mineralstoffe Kalium, Phosphor, Kalzium und Eisen.
Kalium wirkt entwässernd und unterstützt damit die Blasen- und Darmfunktion. Folsäure ist wichtig für die Blutbildung und das Vitamin C hilft das enthaltene Eisen zu spalten.
Der hoher Wasseranteil der Früchte und die kurze Verweildauer im Magen bringen die Nährstoffe schnell in den Darm.
Erhöhten Flüssigkeitsbedarf reguliert sie sehr gut.
Zurück zu meinem Kuchen.

Die Birnen habe ich abtropfen lassen und den Backofen auf 175 Grad vorgeheizt.
Die Butter rühre ich mit Zucker, Vanillezucker und einer Prise Salz zu einem glatten Teig.

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Nun gebe ich die Eier dazu und schlage alles auf, bis die Masse schaumig ist.

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Dahinein siebe ich als nächstes das Mehl und das Weinsteinbackpulver.

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Je nachdem wie fest der Teig wird, 2 – 3 EL Milch dazu geben.
Zum Schluß den Kakao dazu sieben und alles kräftig verrühren.

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In eine gebutterte Springform gebe ich den fertigen Teig.

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Die Birnen lege ich mit der Wölbung nach oben darauf und bestreiche sie mit Aprikosenmarmelade.

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Mandelblättchen streue ich in die entstehenden Zwischenräume und jetzt kommt der Kuchen für 40 – 50 Minuten bei Umluft in den Backofen.
So sieht er danach aus.

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Wunderbar duftend mit fein im Teig eingesunkenen Birnen. Leicht abkühlen lassen und mit Puderzucker bestreuen – fertig.

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Schokoladig süß wie der Winter sein soll ist der Kuchen, die Birnen machen mit ihrem  Fruchtgeschmack Lust auf den Frühling.
Für mich eine köstliche Zwischenlösung bis er wiederkehrt.

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37 Antworten zu “Immer noch schokoladig und doch schon fruchtig oder Birnenkuchen

  1. Da läuft mir.. und das am frühen Morgen. Welch ein netter Kuchen!

    Gefällt 2 Personen

  2. Ich komm zu Kaffee und Kuchen !

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  3. Oh, das sieht vertraut aus so angerichtet auf dem Geschirr meiner Kindheit ! Den Kuchen back ich nach! Yammi!

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  4. dieses bild der mühseligen arbeit bis dass die gefüllten einkochgläser die kellerregale füllen, kenn ich auch. dann blieben gläser und regale leer, allerdings ging die zeit des tiefgefrieres am haushalt meiner kindheit ersatzlos vorbei.

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  5. Wie gemalt so schön 🙂

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  6. Birnenkuchen kannte ich bisher nicht. Danke fürs teilen. 🙂

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  7. Was für ein wunderbar saftiger Schokoteig. Ich habe irgendwo ein Rezept für Schoko-Birnenkuchen mit Schmand-Topping, der auch sehr lecker ist, aber der Schokoboden ist mir meist ein wenig zu trocken. Wenn ich den das nächste Mal backen soll, werde ich mit Freuden deinen Boden ausprobieren.

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  8. hihi…uiuiiii ….:) ich habs noch immer nicht versucht. mir sind die innenminister mit ihrer konferenz dazwischen gekommen. aber morgen dürfte ich frei haben. da wird getestet! *froi*
    danke für das feine Rezept und hab einen guten tag!

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  9. Meine Mutter hat auch noch eingemacht, das kenne ich auch.
    Dein Kuchen sieht zum Nachmachen aus, den merke ich mir!
    Liebe Grüße
    Christiane

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  10. Das fertige Ergebnis sieht super und lecker aus! 🙂

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  11. Lecker, lecker, lecker!
    Wird nachgebacken! 😊

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  12. Mmmhhh – mein Trost: hier ist gerade der Superduperspezialärmelkäsekuchen aus dem Backofen gekommen 😉

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  13. Wir kennen das Bild! Nur war es bei uns die Oma! 🙂
    Haltbar machen…. es kommt Gott sei Dank wieder „in Mode“ und immer mehr Menschen besinnen sich darauf es selbst in die Hand zu nehmen. Wir sind da mit dabei! Sobald wir an Früchte ran kommen (Äpfel vom Cousin im Herbst sind schon eine kleine Tradition, Quitten von Bekannten einer Freundin…. dieses Jahr kommen vielleicht noch Kirschen vom Cousin dazu 🙂 ), machen wir sie auf verschiedene Art und Weise haltbar! Cuhtneys, Marmeladen, Sirup…. es ist einfach herrlich!
    Liebste Grüße und danke für den Kuchen 😉
    AnDi

    Gefällt 1 Person

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