Teil 2 Einfach(es) Leben

Eine runde Sache oder Kartoffelklöße

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Zu meinen Lieblinsspeisen zählen Kartoffelklöße.
Weich wie Watte sind sie und in Soße eingetunkt so köstlich…ich bräuchte nichts anderes dazu.
Als meine Kinder klein waren, gab es sie oft. Der Sonntagvormittag fiel der Zubereitung zum Opfer und ein Großteil des Mittags dem Aufwasch. Geschirrspüler gab es in der DDR keine, zu dieser Zeit sicher auch nur in wenigen westlichen Haushalten.
Meine liebe Tochter hat oft fleißig mitgeholfen. Manchmal glitt ihr dabei ein Teller durch die kleinen Hände.
Vorsichtig, langsam, ordentlich arbeiten wir…diesen Spruch kann sie heute noch auswendig.
Sie erinnert sich nicht allzu gern daran. Die Geduld kommt mit den Jahren. Meiner Schaukelinhaberin würde ich heute trotzdem gleiches sagen. Sanfter, nachsichtiger. Das Leben ist ein ständiges lernen.
Kartoffelspeisen waren ein Arme – Leute – Essen.
Mir sind sie eine Delikatesse.

Für meine Kartoffelklöße brauche ich:

1 1/2 kg Kartoffeln, mehlig kochend
75 g Weizenmehl
100 g Stärkemehl, ich nehme Kartoffelmehl
1 Vollei + 1 Eigelb
Salz und etwas Muskatnuss
Butter
1 altbackenes Brötchen

Die Menge reicht für vier Personen.

Eigentlich geht alles ganz einfach, nur die Herzkartoffel darf nicht fehlen.

In einem großen Topf Pellkartoffel kochen und noch heiß pellen.

Die Kartoffeln durch eine Kartoffelpresse drücken und warm weiterverarbeiten.

Es gibt auch Rezepte, in denen am Vortag gekochte Kartoffeln verwendet werden, ich mag diese Variante lieber. Die Klöße werden dabei watteweich.
Zu der Kartoffelmasse das gesiebte Mehl und das Stärkemehl hinzugeben,

dann in eine kleine Kuhle die beiden Eier, von einem nur das Eigelb, fließen lassen und kräftig salzen.

Ein klein wenig Muskat kommt noch dazu und jetzt alles mit den Händen schnell und kräftig durchkneten.

Aus dem Teig runde Klöße formen, die zum Abschluß in Stärkemehl gerollt werden.

Halt!
Fast hätte mich dieser Kloß in seinem außerirdisch wirkendem Licht verwirrt…umd ich hätte das Wichtigste vergessen.

In die Mitte der Klöße kommen, vor dem in Stärkemehl rollen, in Butter gebratene Weißbrotstückchen – die Semmelbrösel.

Einen großen Topf mit Salzwasser aufsetzen und die fertigen Kartoffelklöße in das sprudelnde Wasser geben. Sie müssen genügend Platz zum Schwimmen haben.

Ungefähr 15 Minuten müssen die Klöße jetzt bei kleiner Temperatur ohne Deckel auf dem Topf gar ziehen. Keinesfalls mehr aufkochen, sonst zerfallen sie.
Wenn sie gar sind, steigen sie an die Oberfläche und müssen sofort serviert werden.

Alle anderen dazu gereichten Gerichte sollten zu diesem Zeitpunkt fertig sein, damit das Schmausen beginnen kann.

Aus diesem Teig lassen sich noch andere Kartoffelköstlichkeiten zubereiten. Kleinere Klößchen geformt, in Semmelmehl gewälzt und in heißem Öl ausgebacken, ergeben außen knusprige, innen weiche Kartoffelbällchen. Auch Herzoginkartoffeln oder Gnocci lassen sich aus diesem Basisteig zubereiten.
Zu meinen Kartoffelklößen gibt es Ente und Rotkraut.

Kartoffelklöße machen hungrige Mäuler satt, früher wie heute.

Und schmecken tun sie…es gibt auch kein zuviel davon, aufgebraten sind sie nochmal so gut.

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