Die dritte Zeit in jedem Jahr oder Gebratene Entenkeulen

Die dritte Zeit in jedem Jahr (Herbstgesang)

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Volkslied im 17. Jahrhundert

Die dritte Zeit 
in jedem Jahr 
nicht minder gar 
als andre mich erfreut:
Sie kommet aufgezogen,
wann Storch und Schwalb entflogen,
die Sonn der Waag nicht weit.

Jetz bringt der Gart 
Viel guter Frücht, 
Die man gezücht 
Nach jedes Landes Art:
Kohl, Rüben und Limonen, 
Pomrantzen und Citronen 
Und Kütten ungespart.

Der Birnen Last 
Die Äste bückt 
Und niederdrückt 
Bis zu der Erden fast:
Die schönen Äpfel prangen 
Mit ihren roten Wangen, 
Erquicken manchen Gast.

Insonderheit 
Die edel Frucht 
Der Rebenzucht 
Wird flüssig dieser Zeit:
Die Arbeit niemand schonet, 
Dieweil sie treulich lohnet 
Mit Lust und Nutzbarkeit.

Stimmt, der Herbst bringt jede Menge Arbeit mit sich.
Schöne Arbeit.
Pralle, rotbackige Äpfel ernten, Trauben und Brombeeren pflücken, die Stauden im Garten zurück schneiden, die Blumenkästen herbstlich dekorieren, den Staub des Sommerwindes aus der Wohnung und von den Fenstern putzen, die Kleider und Schuhe der Jahreszeit entsprechend richten und, und, und…
Nicht nur Marmeladen und Fruchtmus werden gekocht, auch das Mittagessen fällt wieder deftiger aus.
Zum Auftakt der Bratenzeit gibt es bei mir zum Sonntagmittagsschmaus Entenkeulen.
Zubereitet auf einfachste Art sind sie ein uns liebes Gericht zu dem ich nicht viel brauche, außer:

Entenkeulen
Salz und Pfeffer
Butterschmalz
Geflügelfound oder Wasser
einen Schluck Rotwein und
einen Tropfen Orangenaroma

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Die gewaschenen Entenkeulen salze und pfeffere ich von beiden Seiten, bevor ich sie in Butterschmalz kräftig anbrate.
Mit einem kräftigen Schluck Rotwein ablöschen.

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Wenn der Rotwein eingekocht ist, wieder ablöschen. Ob mit Geflügelbrühe oder einfach mit Wasser ist jedem selbst überlassen. Da das Gericht im Backofen fertig gegart wird, reduziert sich die Soße so stark, dass auch das ablöschen mit Wasser am Ende eine würzige Entensoße zum Braten ergiebt.
Einen Tropfen Orangenaroma gebe ich dazu, mehr für den Geruch, als für den Geschmack.

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Für ca. 60 Minuten wandern die Entenkeulen jetzt in den Backofen. Bei 180 Grad Umluft liege sie in der Pfanne mit der Hautseite nach oben, damit das Fett in dieser gut schmelzen kann. Das Fleisch bleibt dadurch zart.
Solche Gerichte bereite ich gern am Vortag des Essens zu. So kann das Fleisch in Ruhe in der heißen Soße nachziehen. Ist diese dann erkaltet, lässt sich das überschüssige Fett leicht abschöpfen und übrig bleibt ein herzhafter Bratenfound.

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Am nächsten Tag brauchen die Entenkeulen nur noch einmal, wieder bei 180 Grad Umluft, für eine knappe halbe Stunde kross gebraten zu werden.

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So bleibt genügend Zeit das Sonntagsmärchen zu lesen, einen milden Sonntagstee zu trinken und die Beilagen vorzubereiten.
Knödel und Rotkraut hat sich der Gärtnergatte dazu gewünscht und ich erfülle ihm seine Wünsche genauso gern, wie er mir die meinen.

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Herzhaft, knusprig und voller Eigengeschmack sind die Sonntagsmittagsmahlkeulchen und es schmeckt uns bestens, nach der langen Zeit der leichteren Sommerküche.

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Zum Nachtisch habe ich noch ein Nusseis, mit dem wir uns schon den Samstagabend zur Schlemmerrunde machten.
Oder doch lieber Trauben, die draußen an den Reben reifen, genau wie es das oben aufgeführte Herbstlied erzählt…

48 Antworten zu “Die dritte Zeit in jedem Jahr oder Gebratene Entenkeulen

  1. „Und des Herbstes goldne Flaggen hängen
    Von den höchsten Türmen schwer und matt“
    Und die Arabella, die macht ihre Lieben satt.
    (Eine Georg Heym / Beast Co-Produktion)
    😉

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  2. Blogeintrag für fast ALLE Sinne! Oberherrlich!

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  3. Froschi dichtet hierzu:
    Ich wäre gern ’ne Ente mit einer guten Rente.
    Doch land ich dann in Arabella’s Ofen,
    und kann mir nichts für koofen.
    Da bleib ich lieber Frosch,
    und halte meine Gosch. ❤ ❤

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  4. Nein, euch hätte ich im Garten gehalten.
    So ein feiner Froschivers für mich.<3🐸🐸🐸
    Guten Morgen

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  5. Hmm sehr lecker und dazu noch Böhmische Knödel, muss ich auch mal wieder machen! Schöne Woche wünsche ich dir!

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  6. Oh … *sabber* … das sieht aber lecker aus!
    Ich habe dich soeben mit einem Award beworfen. Nicht erschrecken: nur ein ganz kleiner. Vielleicht magst du vorbeikommen und dir die Bescherung mal ansehen?
    https://365tageasatzaday.wordpress.com/2015/09/07/blogger-recognition-award-2/
    Liebe Grüße
    Christiane

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  7. Semmelknödel! Großartig!
    LG, Eberhard

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  8. Guten Morgen, liebe Arabella…
    leckere Sonntagsspeise….mmmmmmh!
    Semmelknödel kenne ich so gar nicht…das ist mal ein Versuch wert, Knödel mag ich sonst sehr.
    Grüßle ❤

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  9. Mir tropft der Zahn. L.G. Wolfgang

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  10. ja, da wäre ich gern dabei gewesen, eine gute Woche wünsche ich

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  11. Hach,
    jetzt hast du mir wieder mal ganz gewaltigen Appetit gemacht liebste Arabella.
    Ente gehört mit zu meinen Lieblingsessen und natürlich bevorzuge ich die Keulen da besonders 😉

    Was für ein schöner Herbstauftakt bei dir, dankeeeeeeeeeee ❤

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  12. Der Winter ist die Sünd‘,
    Die Buße Frühlingszeit,
    Der Sommer Gnadenstand,
    Der Herbst Vollkommenheit.

    Angelus Silesius (1624 – 1677), (Schlesischer Engel) eigentlich Johannes Scheffler, deutscher Arzt, Priester und Dichter

    Und allein schon der Anblick dieses wunderbaren Mahles bestätigt das Zitat: Vollkommenheit!!!!

    Liebe Grüße und einen wundervollen Abend
    AnDi

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  13. hmm, sieht das lecker aus, da knurrt mein Magen schon 😀

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  14. Enten haben in Deinem Garten keine Chancen, die werden gegessen 😉

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  15. Da wär‘ ich gern Gast an deinem Tisch gewesen …. *oh lecker*

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  16. Deine 2-Phasen-Braterei finde ich richtig gut! Werde ich ausprobieren! 😄

    Lieben Gruß
    Dani

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  17. Danke für das Rezept. Sieht richtig lecker aus. Dir noch einen schönen Abend. L.G.

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