Monatsarchiv: Juli 2015

Sonntagsmärchen

Märchen – zauberhafte Geschichten und Erzählungen mit tieferem Sinn.
Mir nach wie vor Lieblingslektüre und Traumstunde.

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Der Frieder und das Katherlieschen

[von den Brüdern Grimm]

Es war ein Mann, der hieß Frieder, und eine Frau, die hieß Katherlieschen, die hatten einander geheiratet und lebten zusammen als junge Eheleute. Eines Tages sprach der Frieder: „Ich will jetzt zu Acker, Katherlieschen, wann ich wiederkomme, muss etwas Gebratenes auf dem Tisch stehen für den Hunger, und ein frischer Trunk dabei für den Durst.“ „Geh nur, Friederchen“, antwortete die Katherlies, „geh nur, will dir es schon recht machen.“

Als nun die Essenszeit herbeirückte, holte sie eine Wurst aus dem Schornstein, tat sie in eine Bratpfanne, legte Butter dazu und stellte sie übers Feuer. Die Wurst fing an zu braten und zu brutzeln, Katherlieschen stand dabei, hielt den Pfannenstiel und hatte so seine Gedanken, da fiel ihm ein: „Bis die Wurst fertig wird, derweil könntest du ja im Keller den Trunk zapfen.“ Also stellte es den Pfannenstiel fest, nahm eine Kanne, ging hinab in den Keller und zapfte Bier. Das Bier lief in die Kanne, und Katherlieschen sah ihm zu, da fiel ihm ein: „Holla, der Hund oben ist nicht beigetan, der könnte die Wurst aus der Pfanne holen, du kämst mir recht!“

Und im Hui war es die Kellertreppe hinauf; aber der Spitz hatte die Wurst schon im Maul und schleifte sie auf der Erde mit sich fort. Doch Katherlieschen, nicht faul, setzte ihm nach und jagte ihn ein gut Stück ins Feld; aber der Hund war geschwinder als Katherlieschen, ließ auch die Wurst nicht fahren, sondern über die Äcker hinhüpfen. „Hin ist hin!“, sprach Katherlieschen, kehrte um, und weil es sich müde gelaufen hatte, ging es hübsch langsam und kühlte sich ab.

Während der Zeit lief das Bier aus dem Fass immerzu, denn Katherlieschen hatte den Hahn nicht umgedreht, und als die Kanne voll und sonst kein Platz da war, so lief es in den Keller und hörte nicht eher auf, als bis das ganze Fass leer war. Katherlieschen sah schon auf der Treppe das Unglück. „Spuk“, rief es, „was fängst du jetzt an, dass es der Frieder nicht merkt!“

Es besann sich ein Weilchen, endlich fiel ihm ein, von der letzten Kirmes stände noch ein Sack mit schönem Weizenmehl auf dem Boden, das wollte es herabholen und in das Bier streuen. „Ja“, sprach es, „wer zu rechter Zeit was spart, der hat es hernach in der Not“, stieg auf den Boden, trug den Sack herab und warf ihn gerade auf die Kanne voll Bier, dass sie umstürzte und der Trunk des Frieders auch im Keller schwamm. „Es ist ganz recht“, sprach Katherlieschen, „wo eins ist, muss das andere auch sein“, und zerstreute das Mehl im ganzen Keller. Als es fertig war, freute es sich gewaltig über seine Arbeit und sagte: „Wies so reinlich und sauber hier aussieht!“

Um Mittagszeit kam der Frieder heim. „Nun, Frau, was hast du mir zurecht gemacht?“ „Ach, Friederchen“, antwortete sie, „ich wollte dir ja eine Wurst braten, aber während ich das Bier dazu zapfte, hat sie der Hund aus der Pfanne weggeholt, und während ich dem Hund nachsprang, ist das Bier ausgelaufen, und als ich das Bier mit dem Weizenmehl auftrocknen wollte, hab ich die Kanne auch noch umgestoßen; aber sei nur zufrieden, der Keller ist wieder ganz trocken.“ Sprach der Frieder: „Katherlieschen, Katherlieschen, das hättest du nicht tun müssen! Lässt die Wurst wegholen und das Bier aus dem Fass laufen, und verschüttest obendrein unser feines Mehl!“ „Ja, Friederchen“, das habe ich nicht gewusst, hättest mir es sagen müssen.“

Der Mann dachte: „Geht das so mit deiner Frau, so musst du dich besser vorsehen.“ Nun hatte er eine hübsche Summe Taler zusammengebracht, die wechselte er in Gold ein und sprach zum Katherlieschen: „Siehst du, das sind gelbe Gickelinge, die will ich in einen Topf tun und im Stall unter der Kuhkrippe vergraben, aber dass du mir ja davonbleibst, sonst geht dir es schlimm.“ Sprach sie: „Nein, Friederchen, will es gewiss nicht tun.“

Nun, als der Frieder fort war, da kamen Krämer, die irdene Näpfe und Töpfe feil hatten, ins Dorf und fragten bei der jungen Frau an, ob sie nichts zu handeln hätte. „Oh, ihr lieben Leute“, sprach Katherlieschen, „ich hab kein Geld und kann nichts kaufen; aber könnt ihr gelbe Gickelinge brauchen, so will ich wohl kaufen.“ „Gelbe Gickelinge, warum nicht? Lasst sie einmal sehen.“ „So geht in den Stall und grabt unter der Kuhkrippe, so werdet ihr die gelben Gickelinge finden“, ich darf nicht darangehen.“ Die Spitzbuben gingen hin, gruben und fanden eitel Gold. Da packten sie auf damit, liefen fort und ließen Töpfe und Näpfe im Hause stehen.

Katherlieschen meinte, sie müsste das neue Geschirr auch brauchen. Weil nun in der Küche ohnehin kein Mangel daran war, schlug sie jedem Topf den Boden aus und steckte sie insgesamt zum Zierrat auf die Zaunpfähle rings ums Haus herum. Wie der Frieder kam und den neuen Zierrat sah, sprach er: „Katherlieschen, was hast du gemacht?“ „Hab es gekauft, Friederchen, für die gelben Gickelinge, die unter der Kuhkrippe steckten, bin selber nicht darangegangen, die Krämer haben sich es herausgraben müssen.“ „Ach, Frau“, sprach der Frieder, „was hast du gemacht! Das waren keine Gickelinge, es war eitel Gold, und war all unser Vermögen; das hättest du nicht tun sollen.“ „Ja, Friederchen“, antwortete sie, „das hab ich nicht gewusst, hättest mir es vorher sagen sollen.“

Katherlieschen stand ein Weilchen und besann sich, da sprach sie: „Höre, Friederchen, das Gold wollen wir schon wiederkriegen, wollen hinter den Dieben herlaufen.“ „So komm“, sprach der Frieder, „wir wollen es versuchen; nimm aber Butter und Käse mit, dass wir auf dem Weg was zu essen haben.“ „Ja, Friederchen, will es mitnehmen.“ Sie machten sich fort, und weil der Frieder besser zu Fuß war, ging Katherlieschen hintennach. „Ist mein Vorteil“, dachte es, „wenn wir umkehren, hab ich ja ein Stück voraus.“

Nun kam es an einen Berg, wo auf beiden Seiten des Wegs tiefe Fahrgleisen waren. „Da sehe einer“, sprach Katherlieschen, „was sie das arme Erdreich zerrissen, geschunden und gedrückt haben! Das wird sein Lebtag nicht wieder heil.“ Und aus mitleidigem Herzen nahm es seine Butter und bestrich die Gleisen, rechts und links, damit sie von den Rädern nicht so gedrückt würden.

Und wie es sich bei seiner Barmherzigkeit so bückte, rollte ihm ein Käse aus der Tasche den Berg hinab. Sprach das Katherlieschen: „Ich habe den Weg schon einmal herauf gemacht, ich gehe nicht wieder hinab, es mag ein anderer hinlaufen und ihn wieder holen.“ Also nahm es einen andern Käs und rollte ihn hinab. Die Käse aber kamen nicht wieder, da ließ es noch einen dritten hinablaufen und dachte: „Vielleicht warten sie auf Gesellschaft und gehen nicht gern allein.“ Als sie alle drei ausblieben, sprach es: „Ich weiß nicht, was das vorstellen soll! Doch kann es ja sein, der dritte hat den Weg nicht gefunden und sich verirrt, ich will nur den vierten schicken, dass er sie herbeiruft.“ Der vierte machte es aber nicht besser als der dritte. Da ward das Katherlieschen ärgerlich und warf noch den fünften und sechsten hinab, und das waren die letzten.

Eine Zeit lang blieb es stehen und lauerte, dass sie kämen, als sie aber immer nicht kamen, sprach es: „Oh, ihr seid gut nach dem Tod schicken, ihr bleibt fein lange aus; meint ihr, ich wollt noch länger auf euch warten? Ich gehe meiner Wege, ihr könnt mir nachlaufen, ihr habt jüngere Beine als ich.“

Katherlieschen ging fort und fand den Frieder, der war stehen geblieben und hatte gewartet, weil er gerne was essen wollte. „Nun, gib einmal her, was du mitgenommen hast.“ Sie reichte ihm das trockene Brot. „Wo ist Butter und Käse?“, fragte der Mann. „Ach, Friederchen“, sagte Katherlieschen, „mit der Butter hab ich die Fahrgleisen geschmiert, und die Käse werden bald kommen; einer lief mir fort, da hab ich die andern nachgeschickt, sie sollten ihn rufen.“ Sprach der Frieder: „Das hättest du nicht tun sollen, Katherlieschen, die Butter an den Weg schmieren und die Käse den Berg hinabrollen.“ „Ja, Friederchen, hättest mir es sagen müssen.“

Da aßen sie das trockene Brot zusammen, und der Frieder sagte: „Katherlieschen, hast du auch unser Haus verwahrt, wie du fortgegangen bist?“ „Nein, Friederchen, hättest mir es vorher sagen sollen.“ „So geh wieder heim und bewahr erst das Haus, ehe wir weitergehen; bring auch etwas Anderes zu essen mit, ich will hier auf dich warten.“

Katherlieschen ging zurück und dachte: „Friederchen will etwas Anderes zu essen, Butter und Käse schmeckt ihm wohl nicht, so will ich ein Tuch voll Hutzeln und einen Krug Essig zum Trunk mitnehmen.“ Danach riegelte es die Obertüre zu, aber die Untertüre hob es aus, nahm sie auf die Schulter und glaubte, wenn es die Türe in Sicherheit gebracht hätte, müsste das Haus wohl bewahrt sein.

Katherlieschen nahm sich Zeit zum Weg und dachte: „Desto länger ruht sich Friederchen aus.“ Als es ihn wieder erreicht hatte, sprach es: „Da, Friederchen, hast du die Haustüre, da kannst du das Haus selber verwahren.“ „Ach, Gott“, sprach er, „was hab ich für eine kluge Frau! Hebt die Türe unten aus, dass alles hineinlaufen kann, und riegelt sie oben zu. Jetzt ist es zu spät, noch einmal nach Haus zu gehen, aber hast du die Türe hierher gebracht, so sollst du sie auch ferner tragen.“ „Die Türe will ich tragen, Friederchen, aber die Hutzeln und der Essigkrug werden mir zu schwer. Ich hänge sie an die Türe, die mag sie tragen.“

Nun gingen sie in den Wald und suchten die Spitzbuben, aber sie fanden sie nicht. Weil es endlich dunkel ward, stiegen sie auf einen Baum und wollten da übernachten. Kaum aber saßen sie oben, so kamen die Kerle daher, die forttragen, was nicht mitgehen will, und die Dinge finden, ehe sie verloren sind. Sie ließen sich gerade unter dem Baum nieder, auf dem Frieder und Katherlieschen saßen, machten sich ein Feuer an und wollten ihre Beute teilen.

Der Frieder stieg von der andern Seite herab und sammelte Steine, stieg damit wieder hinauf und wollte die Diebe totwerfen. Die Steine aber trafen nicht, und die Spitzbuben riefen: „Es ist bald Morgen, der Wind schüttelt die Tannäpfel herunter.“ Katherlieschen hatte die Türe noch immer auf der Schulter, und weil sie so schwer drückte, dachte es, die Hutzeln wären schuld, und sprach: „Friederchen, ich muss die Hutzeln hinabwerfen.“ „Nein, Katherlieschen, jetzt nicht“, antwortete er, „sie könnten uns verraten.“ „Ach, Friederchen, ich muss, sie drücken mich gar zu sehr.“ „Nun so tu es, in Henkers Namen!“ Da rollten die Hutzeln zwischen den Ästen herab, und die Kerle unten sprachen: „Die Vögel misten.“

Eine Weile danach, weil die Türe noch immer drückte, sprach Katherlieschen: „Ach, Friederchen, ich muss den Essig ausschütten.“ „Nein, Katherlieschen, das darfst du nicht, es könnte uns verraten.“ „Ach, Friederchen, ich muss, er drückt mich gar zu sehr.“ „Nun so tu es in Henkers Namen!“ Da schüttete es den Essig aus, dass er die Kerle bespritzte. Sie sprachen untereinander: „Der Tau tröpfelt schon herunter.“

Endlich dachte Katherlieschen: „Sollte es wohl die Türe sein, was mich so drückt?“ Und sprach: „Friederchen, ich muss die Türe hinabwerfen.“ „Nein, Katherlieschen, jetzt nicht, sie könnte uns verraten.“ „Ach, Friederchen, ich muss, sie drückt mich gar zu sehr.“ „Nein, Katherlieschen, halt sie ja fest.“ „Ach, Friederchen, ich lass sie fallen.“ „Ei“, antwortete Frieder ärgerlich, „so lass sie fallen in Teufels Namen!“ Da fiel sie herunter mit starkem Gepolter, und die Kerle unten riefen: „Der Teufel kommt vom Baum herab“, rissen aus und ließen alles im Stich. Frühmorgens, wie die zwei herunterkamen, fanden sie all ihr Gold wieder und trugen es heim.

Als sie wieder zu Haus waren, sprach der Frieder: „Katherlieschen, nun musst du aber auch fleißig sein und arbeiten.“ „Ja, Friederchen, will es schon tun, will ins Feld gehen, Frucht schneiden.“ Als Katherlieschen im Feld war, sprach es mit sich selber: „Ess ich, eh ich schneid, oder schlaf ich, eh ich schneid? Hei, ich will eher essen!“ Da aß Katherlieschen und ward überm Essen schläfrig, und fing an zu schneiden und schnitt halb träumend alle seine Kleider entzwei, Schürze, Rock und Hemd.

Wie Katherlieschen nach langem Schlaf wieder erwachte, stand es halb nackig da und sprach zu sich selber: „Bin ich es, oder bin ich es nicht? Ach, ich bin es nicht!“ Unterdessen ward es Nacht, da lief Katherlieschen ins Dorf hinein, klopfte an ihres Mannes Fenster und rief: „Friederchen?“ „Was ist denn?“ „Möcht gern wissen, ob Katherlieschen drinnen ist.“ „Ja, ja“, antwortete der Frieder, „es wird wohl drin liegen und schlafen.“ Sprach sie: „Gut, dann bin ich gewiss schon zu Haus“, und lief fort.

Draußen fand Katherlieschen Spitzbuben, die wollten stehlen. Da ging es bei sie und sprach: „Ich will euch helfen stehlen.“ Die Spitzbuben meinten, es wüsste die Gelegenheit des Ortes, und waren es zufrieden. Katherlieschen ging vor die Häuser und rief: „Leute, habt ihr was? Wir wollen stehlen.“ Dachten die Spitzbuben: „Das wird gut werden“, und wünschten, sie wären Katherlieschen wieder los.

Da sprachen sie zu ihm: „Vorm Dorfe hat der Pfarrer Rüben auf dem Feld, geh hin und rupf uns Rüben.“ Katherlieschen ging hin aufs Land und fing an zu rupfen, war aber so faul und hob sich nicht in die Höhe. Da kam ein Mann vorbei, sah es und stand still und dachte, das wäre der Teufel, der so in den Rüben wühlte. Lief fort ins Dorf zum Pfarrer und sprach: „Herr Pfarrer, in Eurem Rübenland ist der Teufel und rupft.“ „Ach Gott“, antwortete der Pfarrer, „ich habe einen lahmen Fuß, ich kann nicht hinaus und ihn wegbannen.“ Sprach der Mann: „So will ich Euch hockeln“, und schleppte ihn hinaus. Und als sie zu dem Land kamen, machte sich das Katherlieschen auf und reckte sich in die Höhe. „Ach, der Teufel!“, rief der Pfarrer, und beide eilten fort, und der Pfarrer konnte vor großer Angst mit seinem lahmen Fuße gerader laufen als der Mann, der ihn gehockt hatte, mit seinen gesunden Beinen.

Und wer sich das Märchen vorlesen lassen möchte, bitteschön:

Sonntagsruhegeläut

…klingeln heute die blauen Blütensterne des Borretsch ( Borago officinalis ).

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Himmelsstern wird er auch genannt.
Seine Blätter sind kratzig ( Borago bedeutet soviel wie rauhes Gewebe.), zwischen den Fingern verrieben verströmen sie einen intensiven Geruch nach frischen Gurken.
Borretsch lässt sich nicht trocknen, kann – in Öl eingelegt – aber gut haltbar gemacht werden.
Seine Blüten sind schöne Dekoration auf Eis oder in Salaten , haben zusätzlich jedoch die Eigenschaft stark fiebersenkend zu wirken. Dazu werden sie mit etwas Zucker im Mörser zerstoßen und roh gegessen.
Die Blätter selber können roh oder gekocht der Leber helfen.
Kombiniert mit Dill, aber auch allein, eine feine Zugabe zu Salaten oder zum Gurken einlegen.

Das Lied zum Tag


Bube, Dame, König

Das Schöne vom Tag

Wolkengleich

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Zierfarn

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Das Letzte vom Tag

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Mit dem Abend kommt der Wind, streicht besänftigend über die warme Sommerhaut.
Hummeln trudeln durch Lavendelblüten, im Klee liegend schaue ich ihnen zu, meine eigene Schwere nicht mehr spürend, kann ich – ihnen gleich – fliegen.
Strecke meine Füße aus und setze mich zum Liebsten, das Glas leerend bis zum Grund.

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Ich wünsche euch ein schönes Wochenende.

Das Lied zum Tag

Es ist Sommer!

Salbei und seine 100jährige Ernte in Sachsen

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In Sachsen gibt es mehrere Traditionsbetriebe.
Einer davon ist das Bombastus-Werk Freital, ganz genau die „Bombastus-Werke-AG. Es hat eigene Salbeifelder rund um die im Osterzgebirge – in der sächsischen Schweiz – gelegene Kreisstadt, die knapp 40.000 Einwohner zählt.
Insgesamt 40 Hektar werden mit Salbei bestellt.

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Damit ist Bombastus der größte Anbaubetrieb für mehrjährigen Salbei in Europa.
Die Firma hat 140 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von ca. 12 Millionen Euro Tendenz steigend.
Sie blickt auf über 100 Jahre Geschichte zurück und wurde gegründet am 1.4.1904. Die Gründungsherren waren Emil Bergmann, Max Däbritz und Otto Braune. Auf dem Gelände eines Wohnhauses in Freital betrieben sie zuerst eine Manufaktur, die kosmetische Präparate zur Mund-, Zahn-, Haar- und Hautpflege herstellte.
Aus ausschließlich natürlichen Inhaltsstoffen stellten sie ihr – bis heute fabriziertes – Mundwasser her.

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Die schnell steigende Nachfrage führte 1906 zur Grundsteinlegung des „Betriebes im Grünen“, der schon um Oktober selben Jahres seine Produktion aufnahm.
Bis 1914 wurde der Salbei aus England und Spanien importiert. Im Jahr 1914 wurden eigene Felder angelegt, die ab 1915 dann auch beerntet wurden.

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Von 1906 – 1939, also auch während des 1.Weltkrieges, gelang der ständige Aufstieg.
Ab 1920 weitete Bombastus seine Fläche auf 30 Hektar aus.
Damit wurde die Fabrik zum größtem und einzigem Anbauer von mehrjährigem Salbei in Europa.
Die Jahre 1939 – 1948 brachten durch den 2.Weltkrieg und die daraus folgende Spaltung Deutschlands einen Einbruch durch Rohstoffmangel, später kamen Exportschwierigkeiten dazu.
Trotzdem blieb Bombastus während der DDR-Zeit am Markt, auch wenn die Firma dem VEB Arzneimittelwerke Dresden untergeordnet wurde und damit ihre Eigenständigkeit verlor.
1990 wurde sie im Zuge der Wende reprivatisiert und ist seit 2000 eine kleine Aktiengesellschaft.
Die Palette der hergestellten Produkte ist groß und reicht vom Bombastus-Mundwasser über Salben bis zu Tee ’s.
http://www.bombastus-werke.net/index.php?seite=produkte
Damit besitzt Sachsen nach wie vor die größte Anbaufläche mehrjährigen Salbei’s in Europa, ein Grund auf meine Heimat stolz zu sein.
Salbei ist ein Heilkraut mit langer Tradition.
Der Volksmund sagt ihm nach, bei fast jeder Erkrankung hilfreich zu sein.
Am bekanntesten ist seine Wirkung gegen Halsschmerzen als Gurgellösung und durch seine, u.a. das schwitzen verhindernde Kraft im Tee.
Salbei wirkt adstringierend, antibakteriell, blutstillend, entzündungshemmend, harntreibend, krampflösend und tonisierend.
Dies ist seinen wertvollen Inhaltsstoffen zu danken, zu denen ätherische Öle, Flavoide, Gerbstoffe,  Rosmarinsäure, d-Kampfer, Menthol, Saponine, Harz, Salven, Zink und Salizylsäure gehören.
Rundrum gesund also.
Schön ist das Kraut und eine Zierde für jeden Garten.

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Das erste und das letzte Foto zeigen Purpursalbei, der durch seine dunkleren Blätter beeindruckt.
Sehr schätze ich den bitter-herb-frischen Geruch der Salbeipflanze und selbstverständlich darf sie in meinen Tee’s nicht fehlen.
Am liebsten mag ich Salbeitee vom frischen Kraut, der gerade in der Hitze der letzten Tage wunderbar erfrischend und schweißlindern wirkt.

Das Letzte vom Tag

Versuchungen sollte man nachgeben. Wer weiß, wann sie wieder kommen.

Oskar Wild

Danke meine liebe Marga,
https://margaauwald.wordpress.com/
ich schreibe mit nichts anderem mehr.

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Das Lied zum Tag

22.Juli

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Wie Feuerquallen hängen die Wolken am Himmel.
Und als hätte die Stadt sie berührt, so glüht sie.
38 Grad im Schatten, nicht zum ersten Mal in diesem Juli fällt das atmen schwer.
Bleischwer hängen die Glieder am klebenden Körper.
Nur langsam laufe ich durch die Stadt der Bushaltestelle entgegen.
Ferienfahrplan.
Der Stadtverkehr fährt in größeren Abständen, manchmal – dann fehlende – Minuten zu früh. Um heim zu kommen, muss ich eine knappe Viertelstunde eher los, alle Eventualitäten eingeplant, könnte ich dann einigermaßen pünktlich am Busbahnhof sein, um in den Überlandbus – oft ohne Klimaanlage –  einzusteigen.
Die Stadt ist fast menschenleer. Wer irgend kann, ist im Urlaub oder im Freibad.
Ein paar Kinder, deren Eltern das Geld für beides fehlt, haben sich den Springbrunnen zum Plantschbecken gemacht. Ihr toben bringt mir das erste aufatmen des Tages.

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Vorm Becken liegt ein kleiner Park. Auf seinen schattigen Bänken sitzen vereinzelt Menschen.
Manche wie ich, um auf den Bus zu warten. Die Haltestellenhäuschen haben Bänke aus Aluminium, sich darauf zu setzten käme dem sitzen auf einem Grillrost gleich.
Neben mir sitzt eine Frau meines Alters, in Begleitung eines jungen Mannes, der unser beider Sohn sein könnte. Die Augen der beiden sind beseelt vom Alkohol, beide suchen nach Halt, den sie sicher in ein paar Stunden – wenn es dunkel geworden ist –  aneinander finden werden. Für einen vorbeirauschenden Moment.
Auch meine Eisbude lasse ich links liegen, wonach ich mich sehne, bekomme ich dort heute nicht.
Am Nachmittag ein Treffen bei meiner Frau Mutter, Tochter und Schaukelinhaberin kommen verschwitzt dazu.
Die Kleine lacht uns die Mattigkeit kurzzeitig weg.
Zu Hause ein einsamer Abend.
Die beruhigende Kühle des Hauses wird gekrönt von heraufziehenden schwarzgelben Gewitterwolken.
Beim Weg zurück vom Garten ins Haus – vom gestrigen Abend stehen noch Stühle mit Kissen zum abendlichen Plausch bestückt, die vorm Gewitter in Sicherheit gebracht werden wollen – laufe ich bedächtig durch die ersten, schweren Tropfen und atme im beginnenden Wind tief durch.
Breit strömt der Duft des Sommergewitters durch die weit geöffneten Fenster.

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In mir krabbelt endlich wieder das Leben. Es plätschert dahin.
Ein in der Nähe einschlagender Blitz macht mit seinem lauten Donner bewusst, wie geborgen sich die Nähe des geliebten Menschen anfühlt.
Später.