Monatsarchiv: Juni 2015

Das Letzte vom Tag

Unglaublich starke Musik aus dem Osten.
André Herzberg, Dirk Michaelis und Dirk Zöllner sind die
„3Highligen“
Völlig anders als ihr Titel lautet bin ich der Meinung ich hab‘ sie bemerkt. Schon immer.
André Herzberg kommt von der DDR – Band „Pankow“ , Dirk Michaelis von „Karussell“ und Dirk Zöllner ist der Kopf der „Zöllner“.

„Du hast es nicht bemerkt“

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Aller Laster Anfang oder Veilcheneis

Meine Laster sind bekannt.
Na ja, zumindest die offiziell zugegebenen.
Eis ist eines davon. Ich bin eine Liebhaberin exotischer Sorten, die Familie schüttelt darüber gelegentlich den Kopf, aber ich kann nicht anders. Sehe ich ausgefallenere Eissorten als üblich, werde ich neugierig und muss probieren.
Meine Experimente gehen in eine neue Dimension. In den fein verpackten Geburtstagsgeschenken war eine Eismaschine mit allem erdenklichen Zubehör. Sogar ein Waffeleisen ist jetzt in meinem Besitz.
Schon seit dem Frühjahr lechze ich nach Veilcheneis. Mit der Ankündigung dieses selbst herzustellen, wenn man mir das notwendige Gerät dazu schenken würde, habe ich die Familienmitglieder geködert und es hat geklappt. Sie haben sich zusammengetan und mir das ersehnte Stück Glück geschenkt.
Trara.
Da ist sie.

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Ungläubig hat mich meine Schaukelinhaberin angeschaut, als ich ihr sagte, dass dies eine Eismaschine sei. „Eis machen ist wie Kuchen backen“, versuchte ich ihr zu erklären. Das kennt sie und wollte sofort ihre Hütsche holen, um auf die für hilfreiche Ausblicke zum Überschauen der Arbeitsplatte erforderliche Größe zu kommen. Eine Hütsche, liebe Nichtsachsen, ist ein kleiner Fußschemel.
So schnell geht es dann doch nicht. Ich muss erst selber schauen wie das denn so geht.
Mit Hilfe meines Gärtnergatten bin ich nun so weit mein erstes Eis selbst herzustellen. Sicher hätte ich das auch allein hinbekommen, wie bei so viele andere Sachen ist es zu zweit aber schöner.
Das Eisbehältnis der Maschine ist wie in der Beschreibung gefordert vorgekühlt, der Spaß beginnt.
Mein erstes selbstgemachtes Eis ist  Veilcheneis. Im Frühjahr schon habe ich mir dafür Veilchen gesammelt und daraus Sirup gemacht.
https://teil2einfachesleben.wordpress.com/2015/04/25/wie-man-fruhlingsfrische-fur-heise-sommertage-konserviert-oder-veilchensirup-oder-think-pink/

Für mein Veilcheneis brauche ich:

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400 ml Sahne
100 ml Veilchensirup
250 g   Mascarpone
     3 Eigelb
      1 Vanilleschote und
kandierte Veilchen zur Dekoration

Auf Lebensmittelfarbe verzichte ich, wer welche benutzen möchte, sollte im blau-lila Bereich wählen. Mir ist ein zart rose gefärbtes, natürliches Eis lieber.

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Die Eigelbe in ein hohes Gefäß geben, Sahne dazu und alles kräftig mit dem Schneebesen verrühren. Das Vanillemark hinein und dann 30 Sekunden mit einem Mixer stark aufschlagen. Mein alter RG 28 hat sich sofort in die Eismaschine verliebt,  die beiden haben schon das nächste Stelldichein verabredet, ich hörte sie von Pfefferminzeis tuscheln…

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Die ausgekratzte Vanilleschote lege ich in Zucker, so habe ich für den nächsten Kuchen Vanillezucker.
Nun die Mascarpone mit meinem Veilchensirup vermischen und rühren, rühren, rühren…bis eine homogene Masse entstanden ist.

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Die dann unter die Eier-Sahne heben und die Eisgrundmischung 20 – 30 Minuten in der Eismaschine gefrieren lassen.
Fertig.

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Mit den leuchtenden Augen der Kinder, die sich auf ihre Nascherei freuen, schauen wir zu, als die Maschine innerhalb von 10 Minuten die Masse auf -25 Grad kühlt. Weitere 25 Minuten und das Eis ist zum schlecken bereit. Wir sind begeistert, zudem alles leise und mit geringem Stromverbrauch einhergeht.

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Das Eis ist vorzüglich, cremig, zart säuerlich-sahnig. Mit einem Hauch Veilchenaroma. Ein Genuss!
Die Bedingungen und Reinigung der Eismaschine ist kinderleicht.
Einzig zu beachten ist, die sich ausdehnende Eismasse zu berücksichtigen und genügend Platz im Gefrierbehälter zu lassen.

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Nach Fertigstellung des Eises ist der kleine Eimer randvoll.
Genüsslich lassen der Gärtnergatte und ich uns das allererste, selbstgemachte Eis auf der Zunge zergehen und schauen uns mit der Gewissheit bald folgender Schlemmerorgien zufrieden an.

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Wasser und Grün…

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…so würde ich antworten,  fragte mich jemand nach dem, was ich am liebsten mag.
Ganz in meiner Nähe liegt das Schloss Lichtenwalde, das über eine der schönsten barocken Parkanlagen Deuschlands verfügt.
1230 vom Markgrafen von Meißen erstmals als Burg erbaut, wechselte es häufig seine Besitzer und sein Aussehen.
1439 bis 1447 war es kurzzeitig im Besitz der Grafen von Vitzthum, die es auch weiterverkaufen mussten, 1764 aber erneut in den Besitz des Schlosses kamen und bis zur Enteignung 1945 auch Besitzer blieben.

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Die Parkanlage, die in ihrem Übergang vom Barock zum Rokoko einzigartig ist, wurde 1730 vom damaligen Besitzer Carl von Watzdorf angelegt und ist in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten.
Zu der auf dem oberen Bild zu sehenden Tischgesellschaft komme ich später zurück.

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Der Park wirkt durch seine Terrassen und die Aufteilung in Gartenräume großzügig und bietet auf 10 Hektar viel grünen Raum.
Die Ausrichtung der Anlage geht ein auf die Beschaffenheit der Landschaft. In’s Zschopautal eingebettet, war das abfallende Gelände wichtiger Gestaltungspunkt.

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Einhundert Wasserspiele mit vierhundert Springstrahlen sind die Besonderheit der meisterlich gepflegten Anlage.

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Der Höhepunkt des Gartens ist die „Große Fer á Cherval“.
Die große Mittelfontäne ist von sieben Springstrahlen umgeben, die den sieben Künsten gewidmet sind.
Das muschelförmige Becken ist eingefasst von zwei Pavillons, dort davor sitzend fällt der Blick in’s Zschopautal.

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Der Fluß schlängelt sich durch die grüne Tallandschaft, ein Ort des Wohlbehagens und der Ruhe. Wer Stille sucht, kann sie hier an einem Wochentag finden. Im Park erklingt leise passende Musik und an keinem anderen Ort hörte ich Händel’s Wassermusik mit solchem Vergnügen.
An den Wochenenden und in den Sommermonaten ist es hier voller. Sommernachtsträume werden auch musikalisch inszeniert und locken zahlreiche Besucher an.
Jetzt möchte ich auf die eingangs erwähnte Tischgesellschaft zurück kommen.
Es sind Plastiken der derzeitigen, im Park befindlichen, Ausstellung „Alltagsmenschen“ der Künstlerin Christel Lechner. Noch bis zum 1. November sind die lebensgroßen Figuren im Park zu bewundern und tauchen auf den nächsten Fotos immer wieder auf.

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Überall im Park verstreut finden sich Brunnen – und Springbrunnenanlagen, bis 2004 wurde der gesamte Park restauriert und zeigt sich wieder in seiner ganzen Schönheit.
Einzigartig auch dieser Springbrunnen, mit den sich drehenden Eisenfontänen.

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Die jubelnden Polonaiseteilnehmer sind selbstverständlich Plastiken, wir konnten es nicht lassen, uns dazwischen zu stellen.
Sie ziehen weiter und geben den Blick auf einen neuen Springbrunnen frei.

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Das „Kronenbasin“ trägt in seiner Mitte Seerosenschmuck

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und auch von ihm aus fällt der Blick über die Terrassen auf das Zschopautal.
Statuen laden zum Anschauen ein, ein Bach rieselt leise dahin, eine kleine Brücke lädt zum überqueren, Bänke zum verweilen…dies alles in Bilder zu fassen, sprengt hier den Rahmen.
Eins muss ich unbedingt noch erwähnen. ..fest verwurzelt mit seinem Standort und mir wie immer Sicherheit und Schutz bietend, stand mein Gärtnergatte als Plastik da. Ich musste mich sofort an ihn schmiegen…

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Einen wundervollen Geburtstag habe ich mit ihm und Wasser und Grün verbracht, meine Geburtstagsgesellschaft kommt am Wochenende, ich probe schon für die Gespräche…

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Der Park vom Schloss Lichtenwalde liegt direkt vor den Toren von Chemnitz und hat in der Sommerzeit von 9.30 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet.
Ein Eintritt von 3,50 Euro ist berechtigter Beitrag zu seinem Unterhalt.
Das Schloss und der Park bieten Führungen und Ausstellungen an und im Innenhof des Schlosses befindet sich ein empfehlenswertes Restaurant. Im Sommer kann man im Innenhof der Orangerie an einem Springbrunnen speisen.

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Für den kleinen Hunger und Durst befindet sich im Parkinneren ein Kiosk.
Entlang der ehemaligen Stallungen der Gesamtanlage bieten sich weitere Möglichkeiten sich kulinarisch und künstlerisch verwöhnen und unterhalten zu lassen.

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Mit diesem Beitrag möchte ich mich bei allen Bloggern und Lesern für die liebevollen Geburtstagswünsche bedanken.
Es ist mir eine Freude, Teil unserer Gemeinschaft zu sein.
Danke.

Vor Johanni bitt‘ um Regen, hernach kommt er ungelegen

…so lautet eine Bauernregel. Die heranwachsende Ernte braucht das Regenwasser, nun muss sie in Ruhe reifen können, ohne von Regengüssen nieder gedrückt oder gar vernichtet zu werden.
24.Juni – Johannistag – Hochtag des Sommers.
Das oft der 21.Juni – Sommeranfang und Sonnenhöchststand – dafür gehalten wird steht mit den vorkirchlichen Sommersonnenwendefeiern im Zusammenhang, die sich über den Zeitraum vom 20. – 26. Juni erstreckten.
Die katholische Kirche hat, um sich besser zu etablieren, die viel älteren Sonnenwendfeiern datumsgetreu übernommen. So wurde der Anfang der Feiern – der 21.Juni – zum Sommeranfang und deren Höhepunkt – der 24. Juni – zum Geburtstag Johannes des Täufers erklärt. Das der geköpft wird, folgt einer sehr alten Tradition keltischen Ursprungs. In jedem Jahr hatte der Sonnengott der Kelten auf Erden einen Stellvertreter – den Eichenkönig -. (Wem käme hier nicht wieder das Plagiat der katholischen Kirche in den Sinn.) Das dieser König nach den – Leben erst ermöglichenden – Bäumen benannt wurde, hat einen tiefen Sinn und zeigt auf das Verständnis der Natur und das Leben im Einklang mit ihr. So groß seine Macht im Regierungsjahr war, am Ende desselben, zum Zeitpunkt wenn die Sonne wieder rückläufig wird, am 24.Juni also, wurde er in einem Ritual blutig getötet.
An diesem Tag vermischen sich den Sagen nach die Welten und Übergänge von der einen in die andere Welt sind möglich.
Zwerge heiraten unterm Holunderbusch, der sowieso der Sitz der guten Geister schlechthin ist.
Das Licht erreicht seinen höchsten Stand, viele Kräuter haben jetzt die meiste Energie gespeichert und sind reif für ihre Ernte. Allen voran das Johanniskraut, das mit seiner Kraft der in ihm gespeicherten Sonne Verstimmungen verjagt und ein heiteres Wesen schenkt. Arnika, Kamille, Schafgarbe, Beifuß, Holunderblüten, Eisenkraut und Ringelblume… um nur einige zu nennen, können nun geerntet werden.
Von nun an werden die Tage kürzer und die Zeit der Aussaat ist endgültig vorbei. Alles reift und wächst seiner Ernte entgegen. Für einige Pflanzen ist die Erntezeit mit dem 24.Juni abgeschlossen. Spargel, Rharbarber, Schachtelhalm…sollen nicht mehr geerntet werden.
Die Sonnenwendfeiern boten die Gelegenheit zwischen der anstrengenden Aussaat und der kraftraubenden Ernte zu pausieren und das Leben und seine sich im Moment darbietenden Fülle zu feiern.
Ganz unabhängig davon, was ich von all den alten Geschichten glaube, feiern werde ich an diesem Tag ausgiebig, habe ich dazu doch einen besonderen Grund.
Der 24.Juni ist mein Geburtstag und er jährt sich in diesem Jahr zum…ach, so weit kann meine Schaukelinhaberin noch gar nicht zählen.

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Das Schöne vom Tag

Da hat mir der gestrige Abend doch noch einen Regenbogen geschenkt.

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Das Letzte vom Tag

Keines Menschen Mund spricht anders als ihm sein Herz eingibt.

Hartmann von Aue

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Das Schöne vom Tag

Bei diesem Wetter wollen sogar die Vögel in’s trockene…

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…nasse Vögel schauen auf’s nasse Chemnitz

Pflanzliche Dinos – Schachtelhalm und der Tee daraus

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Schon eine ganze Weile liegt dieser Beitrag in meinem Archiv. Irgendwie war er mir zu trocken…
Nun ist es draußen nass genug und was trockenes kann nicht schaden. Außerdem wird es höchste Zeit…morgen ist der 24.Juni und damit Ernteschluss für Schachtelhalm.
Sollte es beim lesen zu sehr stieben,  kredenze ich gern im Anschluss Tee.
Nun dann…
Von den vielen Schachtelhalmarten beziehe ich mich heute auf den Ackerschachtelhalm ( Equiesetum arvense). Er gehört wie alle anderen Arten zu den Farnen und ist ein Nachfahre baumhoher Pflanzen der Urzeit. Damit ist er ein lebendes Fossil.
Besonders zeichnet er sich durch seinen hohen Kieselsäuregehalt aus. Ganze 7 % machen ihn damit auch zu einem Frauenkraut.
Kieselsäure ( Silicium ) ist wichtig für den Aufbau von Bindegewebe.  Frauen mit Venenleiden hilft der Schachtelhalmtee ausgezeichnet.
Auch dem Erhalt der Schönheit dient er. Kieselsäure stärkt Haut, Haare und Nägel. Sie festigt Knochen, Zähne und stärkt Sehnen und Bänder. Damit ist Schachtelhalmtee auch für Sportler interessant.
Das grüne Kraut hilft auch bei Harnwegsleiden und vermindert Harndrang und Inkontinenz.

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Lungenkrankheiten werden gemildert.
Als Gurgellösung erleichtert Schachtelhalm Mandel- und Zahnfleischentzündungen.
Mir gefallen die filigranen Stengel so gut, dass ich sie auch nach dem 24. Juni noch pflücke. Für Tee sind sie dann nicht mehr zu verwenden, zieren aber auf’s Schönste einfache Blumensträuße.
Einen Vorrat für Tee habe ich mir zum richtigen Zeitpunkt gesammelt und er trocknet seiner Verwendung entgegen.

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Das Letzte vom Tag

Passend zum Wetter:
Dirk Michaelis „Als ich fortging…“

Bilder meiner Stadt – auch geflickte Wege führen zum Ziel

Geflicktes

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