Grapefruit

Pampelmusen, so nannten wir die Früchte in der DDR. Und ich glaube, es waren auch welche.
Die Grapefruit entstand aus einer Kreuzung der Pampelmuse mit einer Orange, wohl zufällig um 1750 auf Barbados.
In der DDR gab es Geschäfte, die den besonderen Ernährungsbedürfnissen von Diabetikern gerecht wurden,  oder es zumindest versuchten.
Mir sind sie nur noch unter dem Namen Diabetikerladen bekannt. Vielleicht weiß noch jemand, wie sie wirklich hießen.
Meine Großeltern waren beiden Diabetiker.
Nun konnten in den Läden zwar alle einkaufen, bestimmte Lebensmittel bekam man aber nur bei Vorlage seines Diabetikerausweises, der vom Arzt ausgestellt wurde.
Dazu gehörten die Pampelmusen. Kein Mensch sagte Grapefruit und nur die Wenigsten kannten wohl den Unterschied, was bei dem geringen Angebot von Südfrüchten nicht verwunderlich war.
Mein Großvater ging gern in die Läden.
Hatte er sich morgens seine geliebten Buttercremefrösche geholt, musste das ausgeglichen werden und er spazierte mit mir und seinem Ausweis in den Diabetikerladen.
An den Geruch in dem Geschäft erinnere ich mich noch genau. Eine Mischung von Baldrian und Sauerkraut, jedoch nicht unangenehm.
Er war immer lustig und scherzte mit den Verkäuferinen. So bekam er meist noch eine Frucht mehr und die bekam ich.
Aufgeschnitten und gezuckert, löffelt ich die Beute zu gerne aus.

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Das mein Großvater die Frucht im Diabetikerladen zur Therapie seines Diabetis erwerben konnte, hatte Sinn.
Nach dem Verzehr von Grapefruit funktioniert nachgewiesen der Zuckerstoffwechsel besser. Der Blutzuckerspiegel sinkt, es muss weniger Insulin hergestellt werden.
Für Diabetiker,  die mit der Insulinproduktion Schwierigkeiten haben ist dies sehr hilfreich.
Die Grapefruit birgt aber auch eine Gefahr, die zu Wechselwirkungen mit einigen Arzneimittel führt.
In ihr enthaltenes Naringenin steigert und erhöht somit die Wirkkraft verschiedener Stoffe und verlängert deren Wirkdauer,  da der Abbau dadurch verzögert wird.
Das ähnlich klingende Naringin vermindert die Aufnahme von Wirkstoffen in’s Blut bis zum Therapieversagen.
Bei regelmäßiger Tabletteneinnahme sollte man von übermäßigen Verzehr abraten.
Vor allem von Grapefruit – Diäten.

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Die Frucht hat bitter schmeckendes Fruchtfleisch, gern wird die geteilte Grapefruit deshalb mit Zucker bestreut genossen.
So bekamen ich sie auch immer von meinem Großvater serviert, der mir die Segmente vorher mit einem Messer löste, ich brauchte das erfrischende Fruchtfleisch nur noch auslöffeln.

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Das er auch auf seine Hälfte Zucker streute,  bekam der den Zuckerhaushalt regulierenden Wirkung weniger.
Aber es machte meinen Großvater zufrieden und das – so finde ich – ist viel wert.
Die Grapefruit ist eine gesunde Frucht, die wertvolle antioxidative Substanzen enthält.
Sie ist reich an Vitamin C und liefert zusätzlich Vitamin E, Vitamin B1, Vitamin B2, Vitamin B6, Folsäure,  Kalium, Calcium und Magnesium sowie Eisen.
Sie ist hitzebeständig und wächst in Wüsten genauso wie in feuchttropischen Gebieten.
Ihre Saison ist von Oktober bis Mai und damit gerade gut, um uns über die an heimischen Obst mangelnde Zeit zu bringen.
Grapefruit kann man lange lagern, die Frucht will nur nicht unterkühlt werden und ist sonst anspruchslos.
Ihr schöner Name kommt vom englischen Wort „grape“ für Trauben, denn wie in einer Trauben hängen die Früchte eng beieinander am Baum.
Das rosa Fruchtfleisch hat seine Farbe vom Lykopien (das auch die Tomaten rot färbt).
Lykopien soll das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken und krebsvorbeugend wirken.
Die Liebe zu einer gesunden Frucht hat mein Großvater mir hinterlassen.

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Ich mag sehr gern einige Tropfen frischen Saft in eine Tasse Earl Grey, mit dessen Bergamotte-Aroma harmoniert das für mich ganz wunderbar.

52 Antworten zu “Grapefruit

  1. Ich darf leider keine Grapefruits essen, wegen besagter Medikamente 😦
    Aber Buttercremefrösche sind sicher auch ganz lecker 🙂
    Da muss der Froschi dann aber wegkucken, wenn ich die verspeise 😉
    Habe ich allerdings noch nie vorher von gehört.
    Gibt es die bei Euch heute auch noch?
    Wenn ja, dann lass mal einen rüberhüpfen 😉
    ❤ ❤

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  2. nun, auch auf der anderen Seite hießen die Dinger früher Pampelmusen, aber sie waren ohne Zucker genauso entzückend zu genießen… 🙂

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  3. Ich hatte eine gekauft für mich, die sich meine Tochter unter den Nagel riss. … Und dann nicht besonders mochte. (Hatte ich mir schon gedacht, darum hatte ich nur eine gekauft ^^)

    Ich kenne das genau wie du. Aufschneiden, Segmente lösen, Zucker drauf und auslöffeln. Mjam.

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  4. Das ist ein schönes Bild:
    Pampelmuse mit Traubenzucker.
    Ich sag nie Grapefruit, das ist so ein komischer Anglizismus…😊
    Sie hießen in meiner Familie immer Pampelmusen.
    Meine Großeltern kamen aus Schlesien, vielleicht liegt es daran…?
    Sind schon tolle Früchtchen✨

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    • Meine Mutter kommt auch aus Schlesien und bei mir gibt’s Pampelmuse. 🙂

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      • Aus welcher Stadt kommt sie, darf ich fragen…?

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        • Aus Teichenau, das liegt in der Nähe von Gdansk, dem ehemaligen Danzig.
          Früher waren wir einmal im Jahr dort, die Familie besuchen.
          Das war herrlich.

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          • Das glaube ich!
            Ich war noch nie in der ‚alten Heimat‘.
            Doch ich erlebte als Kind noch das Sommersingen, das war schön, kennst Du das?
            Sontagsleidchen…Schuhchen und die Haare eingeflochten im Kranz.
            Buntbebänderte Stecken und dann diese schlesischen Brezen, die es nur zu diesem Anlass gab, ich erinnere mich noch wie die schmeckten…

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            • Leider nicht. ..
              Das Singen und meine Kenntnis vieler Volkslieder habe ich aber von meiner Mutter. Nie braucht sie ein Radio, sie singt heute noch den ganzen Tag selbst.

              Mit den Fahrten nach Polen verbinde ich viele Erlebnisse, vielleicht erzähle ich mal davon.
              Schlafen im Stroh, baden im Dorfteich(als Einzigste! !!),Waffeln mit selbstgesuchten Himbeeren. ..

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              • Wenn Du davon erzählen solltest, werde ich lesen kommen.
                Meine Großeltern kamen aus Galizien (Wartegau an der Nahe), Patschkau und Neumünster.
                Wenn sie erzählten (und ich löcherte sie ständig…bitte noch eine Geschichte, nur eine…😊) konnte ich ihre Sehnsucht verstehen.
                Sie erzählten gern…und gut.
                So blieb auch für sie die Erinnerung lebendig bis ins hohe Alter…
                Insofern lohnt es sich bestimmt auf jeden Fall, wenn Du diese schönen Geschichten aufschreibst…
                Dann sind sie unsterblich.

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                • Ich versuche es mal.
                  Am schönsten war immer die Begrüßung…kommt rein, wir haben Platz…(stimmte natürlich nicht) und dann würde der Tisch weiß gedeckt und es wurde getafelt. ..das gibt es heute gar nicht mehr…

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  5. Das Wort Pampelmuse habe ich von einer „Tante“ gehört. Eine Freundin meiner Mutter, die in der Nachbarschaft lebt. Ich mochte die Frucht dann aber nicht wirklich. Wobei sauer doch lustig macht 😉

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  6. Pampelmuse … sag ich heute noch! 😉

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  7. *bbbrrr…*
    Schon wenn ich die sehe, schüttelt es mich, einfach zu sauer, egal ob mit Zucker oder was auch immer gesüßt…
    Aber der Name Muse des Pampels ist schön 🙂
    Liebe Grüße
    vom Lu

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  8. danke für die Erinnerung, Gruß, Klaus

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  9. Edesch Li Gusdh

    Wir sagen auch Pampelmusen dazu und ich schätze diese Fruchtart sehr, aber ungezuckert.

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  10. Pampelmuse! Ja.Meine Mutter arbeitete im Konsum, da gab’s ab und zu mal eine für die Familie. Und die wurde schön dick mit Zucker bestreut. Immer mit dem unzweideutigen Hinweis, dass die unheimlich saure Frucht gut für die Gesundheit sei. :-)))
    LG, Eberhard

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  11. Die Zuckerschaumrundlinge auf Keks mit Schokoladenüberzug heissen jetzt politisch korrekt „Schokoküsse“.

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    • Danke dir:-) 🙂 🙂
      Die meine ich aber nicht.
      Es gibt bei uns noch so ähnlich geformte, eben mit ausgeschnittenen Froschmaul und mit rosa Buttercreme gefüllt.
      Die heißen einfach Frösche.🐸

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  12. Oh das tut mir leid, aber ich kann *Pampelmusen nicht mehr sehen, geschweige denn essen.
    Mein Mann hat mir die, als ich schwanger war, förmlich eingetrichtert und sie mir dadurch richtig verekelt 😉

    Klaro, damals hatte er es sicher gut gemeint, aber heute brauch‘ ich sie nur zu riechen und man sieht nur noch einen Kondensstreifen von mir.

    Ich glaub‘ das ist das einzig gesunde, womit man mich jagen kann *grins.

    So, und jetzt gehe ich kochen, Enkel marschiert gleich an 😉

    Schönen Abend für dich liebe Arabella
    und einen lieben Gruß,

    Uschi ❤

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  13. Ah ja, wir haben hier im Westen auch immer Pampelmuse gesagt.
    Die Grapefruit wurde sie auch erst später.
    Genau, davon sollte ich mal ab und zu eine kaufen, danke dafür, liebe Arabella,
    deine Bärbel

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  14. Danke für deine Info, ich wußte noch nicht einmal, dass die Grapefruit ne Kreuzung ist :mrgreen:

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  15. Du erinnerst mich an meine wenigen Krankenhausaufenthalte zu DDR-Zeiten. Da gab es dann als Mitbringsel immer Pampelmusen 😀 Sie kamen mir schon fast zu den Ohren raus. Ich glaube, ich habe nach der Wende nie wieder welche gekauft, obwohl sie eigentlich ganz lecker schmecken 😀
    Liebe Grüße von der Silberdistel

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  16. Wir hatten heute auch wieder welche in der Hand… Sie ist eine feine Frucht und Du hast ihr mit Deinem Bericht über sie alle Ehre gemacht! 🙂

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